Beziehungsgestaltung bei Demenz

Beachten Sie fördernde und hemmende Faktoren im Alltag Ihrer Beziehungsgestaltung?

Menschen mit Demenz erleben eine Vielzahl von Veränderun­ gen in ihrer Wahrnehmung, ihrem Verhalten und ihren Emo­ tionen. Das Fortschreiten der Erkrankung führt zumindest phasenweise auch zu Ängsten, Unsicherheiten und […]

Jochen Gust

20.12.2024 · 4 Min Lesezeit

Menschen mit Demenz erleben eine Vielzahl von Veränderun­ gen in ihrer Wahrnehmung, ihrem Verhalten und ihren Emo­ tionen. Das Fortschreiten der Erkrankung führt zumindest phasenweise auch zu Ängsten, Unsicherheiten und der Wahr­ nehmung einer stärker werdenden Abhängigkeit von anderen. Sie als Pflegeprofis sind häufig die Hauptansprechpartner, die den Betroffenen nicht nur physische Unterstützung bieten, sondern auch emotionale Sicherheit vermitteln. Eine gute Be­ ziehung zu den Betroffenen hilft, Vertrauen zu entwickeln und sich in ihrer Umgebung sicher zu fühlen, was erhebliche Aus­ wirkungen auf die Lebensqualität hat. Dafür gibt es hemmen­ de und fördernde Faktoren, die Sie kennen müssen.

Ständiges Korrigiert-werden: Alltag für Menschen mit Demenz

„Sie haben sich ja schon wieder bekleckert!“, schallt es durch den Speiseraum. „SO macht man das aber nicht“, wird Betrof­ fenen während Haushaltstätigkeiten erklärt. Oder Betroffe­ ne werden getadelt, weil die Knöpfe des selbst angezogenen Hemds nicht richtig geschlossen sind, statt die Leistung der Betroffenen anzuerkennen. Das ist vielfach Alltag für Men­ schen mit Demenz. Und alles andere als förderlich für eine gute Beziehung zu Betroffenen. Es ist leicht nachvollziehbar, wie sich Betroffene, mit denen so umgegangen wird, fühlen. Beschämung wird zum alltäglichen Begleiter, wenn sie stän­ dig korrigiert werden. In Pflegeeinrichtungen geschieht dies häufig auch öffentlich: im Speisesaal oder Tagesaufenthalts­ raum – vor den Augen und Ohren Dritter.

Beschämung fördert Rückzug und Korrektur

In der Folge ziehen sich Menschen mit Demenz zurück oder un­ terlassen Tätigkeiten, die sie zumindest zum Teil noch selbst machen könnten. Wer setzt sich schon freiwillig wiederkeh­ rend dem Risiko aus, vor anderen abgekanzelt zu werden für Fehler, die er gemacht hat? Dann lieber gar nichts tun. Es kann nicht verwundern, dass durch solche Verhaltensweisen ein Kreislauf in Gang gesetzt wird, der Betroffene unselbstständi­ ger macht und für Pflegende am Ende Mehraufwand bedeutet. Unter einem negativen Umgang und einer gestörten Bezie­ hung leidet die Lebensqualität.

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