ACT

6 Organisationsfehler zur Ergonomie und wie Sie damit umgehen

Viele Einrichtungen investieren Zeit und Ressourcen in Ergonomieschulungen, beschaffen Hilfsmittel oder führen Projekte zur Rückengesundheit durch. Einige Monate später zeigt sich jedoch häufig ein bekanntes Bild: Das Gleittuch ist verschwunden, […]

Sandra Herrgesell

13.07.2026 · 2 Min Lesezeit

Viele Einrichtungen investieren Zeit und Ressourcen in Ergonomieschulungen, beschaffen Hilfsmittel oder führen Projekte zur Rückengesundheit durch. Einige Monate später zeigt sich jedoch häufig ein bekanntes Bild: Das Gleittuch ist verschwunden, der Lifter steht ungenutzt im Abstellraum und neue Mitarbeitende kennen die vereinbarten Standards nicht mehr. Genau hier setzt die 4. Phase des PDCA-Zyklus an. Im Schritt „Act“ geht es darum, die Ergonomie kontinuierlich weiterzuentwickeln. Ziel ist, dass Sie erfolgreiche Maßnahmen dauerhaft im Alltag verankern und erkannte Schwachstellen systematisch beseitigen. Werfen wir zunächst einen Blick auf die wichtigsten Stolperfallen.

1. Hilfsmittel sind vorhanden, aber nicht verfügbar. In vielen Einrichtungen wurden Hilfsmittel angeschafft, sie stehen jedoch nicht dort zur Verfügung, wo sie benötigt werden. Mitarbeitende berichten beispielsweise, dass sich der einzige Lifter auf einem anderen Wohnbereich befindet oder dass Gleittücher erst gesucht werden müssen. Dann ist es natürlich leicht zu sagen: „Wir haben keine Zeit, um die Hilfsmittel zu nutzen.“ Prüfen Sie daher regelmäßig in Pflegevisiten und Begehungen, ob die Hilfsmittel leicht auffindbar und einsatzbereit sind.

2. Neue Mitarbeitende werden nicht ausreichend eingewiesen. Oft wurden die Stammmitarbeitenden geschult, neue Kolleginnen und Kollegen erhalten jedoch nur eine kurze Einweisung im Rahmen der Einarbeitung. Die Folge: Ergonomische Standards gehen schleichend verloren. Integrieren Sie Ergonomie und Hilfsmittelanwendung fest in Ihre Einarbeitungskonzepte.

3. Schulungen bleiben ohne Praxistransfer. Viele Mitarbeitende kennen die theoretischen Grundlagen, setzen sie jedoch im Alltag nicht konsequent um. Die Folge: Gute Schulungen entfalten keine nachhaltige Wirkung. Setzen Sie auf kurze Praxisübungen, Fallbesprechungen und regelmäßige Auffrischungen direkt am Arbeitsplatz. Insbesondere wenn Sie Pflegekunden haben, die schwer „zu bewegen“ sind, können Sie direkt eingreifen und Mitarbeitende unterstützen.

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