Es gibt eine wachsende und dokumentierte Pflegeplatzlücke, die sowohl Kurzzeit- als auch Dauerpflege betrifft und sich regional extrem unterschiedlich verteilt. Das ist kein Geheimnis, führt aber immer wieder zu Frustration und Ärger bei Angehörigen, so wie in unserer Beschwerde des Monats, von der die Kollegin Michaela W. aus der Nähe von Aschaffenburg berichtete.
Mit dem Krankenhausaufenthalt kam die Entspannung
Zumeist sind Krankenhäuser keine besonders guten Aufenthaltsorte für Menschen mit Demenz. Pflegende Angehörige, die große Lasten in der häuslichen Versorgung tragen, können eine „Auszeit“ von der Pflege jedoch nachvollziehbar anders erleben, gerade auch wenn sich Kurzzeitpflege anschließt. Wie auch in diesem Fall: Nach einem Krankenhausaufenthalt kommt Frau M., 84 Jahre alt und an Demenz erkrankt, für drei Wochen in die Kurzzeitpflege. Dort erholt sie sich sichtbar und ihre Tochter spürt erstmals seit Monaten ihre eigene Erschöpfung. Doch als der Aufenthalt endet, steht fest: Ein Dauerpflegeplatz kann nicht angeboten werden. Die Tochter muss ihre Mutter wieder mit nach Hause nehmen. Das sorgt für große Frustration bei der Tochter. Sie hatte gehofft, der Übergang zur Dauerpflege würde leicht vollziehbar sein. „Wenn sie doch schon mal da ist …“
Einsätze wurden schwierig
Bei jedem folgenden Besuch des ambulanten Pflegedienstes äußert die Tochter ihren Ärger und ihre Frustration über das „miese Pflegesystem“, schildert Michaela W. Und auch, dass man anfangs darauf eingegangen sei, mittlerweile aber jeder Einsatz atmosphärisch eine Tortur ist.
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