Ganz gleich ob im ambulanten Dienst oder im stationären Bereich: Häufig stellen sich Pflegefachkräfte die Frage, wie lange ein einmal aufgezogenes Medikament aufbewahrt werden kann. Oder, im umgekehrten Fall: Wie lange vor Verabreichung ist es vom hygienischen Gesichtspunkt aus in Ordnung, ein Medikament oder eine Infusion entsprechend vorzubereiten? Im folgenden Beitrag stelle ich Ihnen die aktuellen Impulse des Robert KochInstituts dazu vor.
Praxiserlebnis: „Unsere Pflegekundin Frau Markert ist palliativ“, hat mir gestern meine Bekannte Carmen erzählt. „Sie hat mittlerweile Morphin bei Bedarf verordnet. Im Team haben wir heute darüber diskutiert, ob die einmal angebrochene Ampulle aufbewahrt werden darf, und wenn ja: wie lange. Unsere Meinungen gingen dabei ganz schön auseinander: ‚Man darf angebrochene Ampullen auf keinen Fall aufheben, die müssen dann verworfen werden‘, aber auch: ‚Natürlich darf man sie aufheben, sie müssen nur beschriftet und kühl gelagert werden‘ waren die Aussagen. Was stimmt denn nun und an welchen Vorgaben können wir uns orientieren?“
Ein hygienisches Risiko besteht in jedem Fall
Haben Sie sich die Frage in letzter Zeit auch gestellt? Klar ist: Wird ein steriles Fertigarzneimittel zur Applikation in eine Spritze aufgezogen oder durch Zusätze ergänzt, besteht das Risiko einer mikrobiellen Kontamination. Wir Pflegefachkräfte müssen über die korrekte Aufbewahrung Bescheid wissen und auch darüber, wie lange ein Medikament nach Anbruch noch haltbar ist. Bei Tabletten und Tropfen fällt uns das recht leicht, nicht wahr? Da orientieren wir uns an den Angaben des Herstellers. Wie sieht es aber im Bereich der Aufbewahrung aufgezogener Medikamente aus?
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