LEBENSWELTORIENTIERUNG IN DER SOZIALEN BETREUUNG

Brücken bauen in eine andere Welt: Lebensweltorientierung in der Arbeit mit Menschen mit Demenz

Wie begegnet man einem Menschen mit Demenz, der fest davon überzeugt ist, zur Arbeit oder nach Hause zu den Kindern zu müssen? Die Lebensweltorientierung zeigt, warum solche Reaktionen entstehen – […]

Rebekka Meier

26.05.2025 · 6 Min Lesezeit

Wie begegnet man einem Menschen mit Demenz, der fest davon überzeugt ist, zur Arbeit oder nach Hause zu den Kindern zu müssen? Die Lebensweltorientierung zeigt, warum solche Reaktionen entstehen – und wie Pflege- und Betreuungskräfte darauf einfühlsam reagieren können. Erfahren Sie, wie Sie die Wahrnehmung und Realität Betroffener respektieren und durch gezielte Strategien die Kommunikation und das Verständnis verbessern.

Der Begriff „Lebenswelt“ beschreibt die individuelle Wahrnehmung und Erfahrung eines Menschen in seiner Umwelt. Jeder Mensch sieht die Welt durch seine eigene Brille, geprägt durch Erinnerungen, Erfahrungen und soziale Einflüsse. Die Lebensweltorientierung ist ein Konzept von Hans Thiersch, das sich auf das Verständnis und die Anerkennung dieser individuellen Wahrnehmungen konzentriert. Es bedeutet, dass Betreuende sich nicht nur an der objektiven Wirklichkeit orientieren, sondern auch daran, wie der betreute Mensch seine Welt erlebt. Bei Menschen mit Demenz ist dies besonders wichtig, weil ihre Wahrnehmung durch die Erkrankung stark verändert ist.

1. INTERSUBJEKTIV GETEILTE ALLTAGSWELT

Das orangene Viereck stellt die intersubjektiv geteilte Alltagswelt dar. Das ist die gemeinsame, von allen Mitgliedern einer Gesellschaft geteilte Realität, die durch gegenseitiges Verständnis von Regeln und Austausch durch Kommunikation entsteht. Sie ist die Welt, in der sich Menschen im Alltag bewegen und miteinander interagieren, basierend auf gemeinsamen Normen, Werten und sozialen Regeln, die alle akzeptieren und befolgen. So akzeptieren alle Menschen z. B. die Bedeutung des Geldes oder die Norm, dass man zu einer verabredeten Zeit zu einem Termin erscheint. Diese geteilte Welt ermöglicht es, dass Personen miteinander agieren, weil sie ähnliche Regeln und Wahrnehmungen der Welt haben.

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