PLAN

Checken Sie: Ist auch der Angehörige bei Ihnen Kunde?

„Qualität ist, wenn der Kunde zurückkommt – und nicht das Produkt.“ Diese Definition zum Kundenbegriff aus dem Industrie­bereich ist schon so alt, wie ich im Quali­tätsmanagement tätig bin. Damals gab […]

Sandra Herrgesell

01.08.2024 · 3 Min Lesezeit

„Qualität ist, wenn der Kunde zurückkommt – und nicht das Produkt.“ Diese Definition zum Kundenbegriff aus dem Industrie­bereich ist schon so alt, wie ich im Quali­tätsmanagement tätig bin. Damals gab es im Pflegesektor noch große Vorbehalte dagegen, Bewohner (stationär) und Patienten (ambulant) als Kunden zu bezeichnen. Heute ist dies vor allem im ambulanten Bereich schon deutlich geläufiger. Letztlich ist ein Kunde jemand, der eine Dienstleistung in Auftrag gibt und in Anspruch nimmt. In diesem Sinne ist das vor allem Ihr Pflegekunde. Jedoch sind unter bestimmten Voraussetzungen auch die Angehörigen Kunden – nämlich wenn sie gesetzliche Betreuer sind und die Pflege beauftragen oder wenn sie einen Teil der Pflege eigenständig übernehmen und mit Ihnen zusammenarbeiten.

Kundenorientierung – zentraler Grundsatz im QM

Die DIN ISO 9001 als international an­erkannte Norm für Qualitätsmanage­mentsysteme räumt dem Grundsatz der Kundenorientierung einen sehr hohen Stellenwert ein. Gleichzeitig prägt sie den Begriff der „Interessenpartner“. Das ist der Personenkreis, der ebenso ein Interesse am Ergebnis Ihrer Arbeit hat wie Sie oder Ihre Arbeit beeinflussen kann. So gesehen können wir uns zwar über den Kunden­begriff in Bezug auf Ihre Angehörigenar­beit streiten – mindestens als Interessen­partner jedoch sollten Ihre Angehörigen gelten. Sehen Sie sich daher doch einmal an, ob Angehörige den Stellenwert in Ihrer Arbeit haben, der angemessen erscheint. Die DIN ISO 9001 setzt übrigens voraus, dass die Erwartungen von Interessenpart­nern ermittelt und reflektiert werden. Bei Angehörigen sind das z. B.:

  • Sauberkeit, Hygiene
  • Sicherheit
  • Wahlmöglichkeiten
  • Bezugspflege und individuelle Leis­tungserbringung
  • Gesprächsbereitschaft der Pflegenden und Kontakt
  • Gemeinschaft bei gleichzeitiger Rück­sichtnahme auf die Privatsphäre
  • Freundlichkeit
  • Beratung
  • Fachlichkeit, jedoch auch ein offener Umgang mit Fehlern
  • Verlässlichkeit der Dienstleistung und Einhaltung des Vertrags
  • Informationsfluss nach hausinternen Regelungen
  • Seelsorge, Begleitung in existenziellen Situationen
  • Aufnahme und Lösung von Beschwer­den/Verbesserungsvorschlägen
  • Respekt
  • gemütliche und wohnliche Atmosphä­re (vor allem stationär)
  • ansprechende und abwechslungsrei­che Betreuung
  • Förderung der Ressourcen der Pflege­kunden
  • Austausch mit anderen Angehörigen

Testen Sie jetzt „Qualität in der Pflege“ und profitieren Sie von einer maßgeschneiderte Unterstützung für Ihre Qualitätsbeauftragten!

Die professionelle Praxishilfe erleichtert die Einführung, Umsetzung und Überwachung der neuen Qualitätsstandards in der Altenpflege, damit Sie dort Leistung zeigen, wo der MD sein Augenmerk hat.