Der Gesetzgeber fordert von den Unternehmen der Seniorenwirtschaft ein Qualitätsmanagementsystem (QMS). Gut gedacht, aber im Laufe der Zeit hat sich diese Anforderung in den Unternehmen mit Annahmen und Unkenntnissen zu einem unnatürlichen Gebilde vermischt. Die Ausführung gilt in vielen Unternehmen dem Kernprozess „Pflege“ und weniger der gesamten Organisation. Dieser Schwerpunkt wird mehr als ausführlich mit unterschiedlichen Dokumenten versorgt. Daneben gibt es dann zusätzliches Themenpakete. Ein QMS ist so nicht möglich, wenn hauptsächlich der Kernprozess mit dem Begriff „QMS“ belegt und lediglich einzelne, für wichtig erachtete Themen in Dokumentenform niederlegt werden. Hinzu kommt, dass der Schwerpunkt „Pflege“ und die damit verbundenen Kontrollinstanzen meist auf Qualitätssicherung fokussieren. Der Aspekt „Entwicklung“ wird eher durch neuere Anforderungen des Gesetzgebers eingebracht und so zum Bestandteil der weiteren Sicherungssystematik. Da tritt in vielen Unternehmen der Pflege der Entwicklungsprozess mit klarer Zielausrichtung schon mal zurück.
Das QM ist mehr als der Kernprozess
Die Pflege ist die einzige Branche, die versucht, ein QMS im Kernprozess zu halten. Das kann nicht funktionieren!
Die Unternehmen mit einem System nach DIN EN ISO 9001:2015 könnten da im Vorteil sein. Aber auch dort beobachte ich, dass es oftmals weniger um das gesamte Unternehmen geht und das systematische und systemische Managen von allen Prozessen im Unternehmen als gut verzahntes Räderwerk nicht gesehen wird.
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