PLAN

Der Check – wie steht es um das Gesundheitsmanagement in Ihrer Einrichtung?

Kranke Deutsche hin oder her – die Belastungen in Altenpflege lassen sich auch durch den Bundeskanzler nicht wegreden. Körperlich schwere Tätigkeiten, emotionale Belastungen, Personalausfälle, Schichtdienst, viele Personen aus der „Generation […]

Sandra Herrgesell

09.03.2026 · 2 Min Lesezeit

Kranke Deutsche hin oder her – die Belastungen in Altenpflege lassen sich auch durch den Bundeskanzler nicht wegreden. Körperlich schwere Tätigkeiten, emotionale Belastungen, Personalausfälle, Schichtdienst, viele Personen aus der „Generation Z“ lehnen das bereits jetzt für sich ab und gehen in andere Berufe. Dennoch müssen wir ja nun etwas tun, um die Versorgung sicherzustellen, neue Mitarbeitende zu gewinnen und die Belastungen zu reduzieren. Der PDCA-Zyklus (Plan–Do–Check–Act) ist dafür ideal, weil er Gesundheit nicht als Projekt, sondern als dauerhaften Managementprozess behandelt.

Was ist überhaupt Gesundheitsmanagement?

Die Auffassungen, was Gesundheitsmanagement denn nun eigentlich ist und beinhaltet, gehen vielfach auseinander. Ich selbst bin auch freie Mitarbeiterin der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege und habe eine klare Auffassung dazu. Gesundheitsmanagement in meinem Weltbild umfasst mehr als Einzelmaßnahmen, wie einen Gesundheitstag, sondern beinhaltet mehrere Säulen, die Sie in der Grafik sehen. So betrachtet ist Gesundheitsmanagement das Dach, und Arbeitsschutz, Betriebliches Eingliederungsmanagement und Gesundheitsförderung sind wichtige Säulen, um ein systematisches Gesundheitsmanagement zu schaffen. Nutzen Sie die Checkliste, um Ihre Ausgangslage zu betrachten und gezielt Maßnahmen abzuleiten.

Muster: Check zur Ausgangslage Ihres Gesundheitsmanagements (Auszug)
 JaErläuterung und Tipps
Säule des Arbeitsschutzes
Eine aktuelle Gefährdungsbeurteilung auf der Grundlage des Arbeitsschutzgesetzes liegt vorOGefährdungsbeurteilungen müssen für alle Arbeitsbereiche und relevanten Tätigkeiten vorliegen.
In den Gefährdungsbeurteilungen formulierte Schutzziele und entsprechende Maßnahmen werden umgesetzt Dazu gehört z. B.: Persönliche Schutzausrüstung liegt im erforderlichen Umfang vor Alle Mitarbeiter werden jährlich in den Unfallverhütungsvorschriften unterwiesen Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen werden durchgeführt      O

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Häufig werden die Gefährdungsbeurteilungen nur zur Gewissensberuhigung „ausgefüllt“. Zu den ermittelten Gefährdungen sind jedoch Ziele und Maßnahmen zu formulieren und umzusetzen. Fachkräfte für Arbeitssicherheit und Betriebsärzte können Ihre Einrichtung hierbei beraten. Auch die gesetzlich geforderten Sicherheitsbeauftragten haben eine unterstützende Funktion. Verantwortlich für die Entscheidungen ist aber immer die Leitung. Die Basics im Arbeitsschutz sollten gegeben sein als Grundlage für ein umfassendes Gesundheitsmanagement.
Säule des Betrieblichen Eingliederungsmanagements
Ein Betriebliches Eingliederungsmanagement ist eingeführtODie Verpflichtung zum BEM ist in § 167 Abs. 2 SGB IX geregelt. Es ist allen Beschäftigten anzubieten, wenn sie innerhalb der letzten 12 Monate länger als 6 Wochen ununterbrochen oder wiederholt arbeitsunfähig waren.
Das Betriebliches Eingliederungsmanagement wird nachvollziehbar durch Mitarbeitende angenommenOBEM setzt Vertrauen voraus. Erfassen Sie, ob Mitarbeitende Erstgesprächs und weiterführende Angebote wahrnehmen. Wenn nicht, arbeiten stärken Sie mit Informationen das Vertrauen.
Säule der Gesundheitsförderung
Sie gestalten die Arbeit menschengerecht. Dazu gehört:OStudien haben in den letzten Jahren belegt, dass Mitarbeiter gesünder bleiben, wenn sie sich bei der Arbeit wohl fühlen und ihre Ideen einbringen können. Anerkennung und Wertschätzung sind ein menschliches Grundbedürfnis. Teamschwierigkeiten sollten Ihre Leitungen nicht einfach hinnehmen, sondern Hilfestellung anbieten. Ein Vorschlagswesen können Sie in Zusammenarbeit mit der Mitarbeitervertretung in Ihr Qualitätsmanagementsystem integrieren.
Mitarbeiter können Vorschläge und Ideen einbringenO
Mitarbeiter erfahren Anerkennung und Wertschätzung, z. B. in Form von MitarbeitergesprächenO
Psychische Belastungen der Mitarbeiter reduzieren Sie über gezielte Angebote, z. B. Supervision, Coaching, Schulungen zur StressbewältigungO

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