Der Sinnesgarten – Düfte, Klänge und Geschmack sprechen die Sinne an

Mit einem Sinnesgarten im Altenhilfebereich sollen bei den Bewohnern unterschiedliche Reize angesprochen werden, die im Pflegealltag wenig vorhanden sind oder dort oft vernachlässigt werden. Von diesem Angebot werden insbesondere auch […]
23.03.2026 · 3 Min Lesezeit

Mit einem Sinnesgarten im Altenhilfebereich sollen bei den Bewohnern unterschiedliche Reize angesprochen werden, die im Pflegealltag wenig vorhanden sind oder dort oft vernachlässigt werden. Von diesem Angebot werden insbesondere auch Menschen mit Demenz profitieren.

Denn das Konzept eines Sinnesgartens stellt weniger das eigene Tun und Verrichten in den Vordergrund, sondern vielmehr das Wahr und Aufnehmen des erlebten Eindrucks, wenn man den Garten betritt oder sich darin aufhält.

Daher sollten Sie zusätzlich und gezielt die verschiedenen Sinne ansprechen. Dabei helfen Ihnen bei der Gartenanlage nützliche Elemente. Im Detail finden Sie diese in der folgenden Übersicht zusammengestellt. Wichtig bei all diesen Sinneseindrücken ist, vertraute Erlebnisse aus der Vergangenheit wieder zum Leben zu erwecken und die Erinnerung daran wachzuhalten. Dazu kann der Sinnesgarten beitragen.

Übersicht: Sinnesgarten – Düfte, Klänge und Geschmack
SinnBeschreibung
SehenDas Beobachten von Wachstum und Vergehen, vom bunten Blühen, von Früchten, der Herbstfärbung und vom Verfall vermittelt vertraute Abläufe. Darüber hinaus ist die Beobachtung von Vögeln, die im Garten nisten, eine beglückende Tätigkeit. Vielleicht können Sie sogar Eichhörnchen oder Igel entdecken. Dafür sollten Sie geeignete Futter- oder Nistangebote bereitstellen: Nistkästen, Vogelhäuschen, Äpfel für die Igel, Nüsse für Eichhörnchen.
RiechenDer Duft eines Gartens bietet unterschiedlichste Nuancen. Er bietet verschiedene Dufteindrücke, die vertraute Erinnerungen ansprechen, z. B., wenn Sie Duftrosen oder Duftgeranien pflanzen, die speziell für ihren wunderschönen Duft gezüchtet wurden. Zur Begrünung von Mauern eignet sich etwa der weiße Jasmin. Auch Kräuter wie Basilikum, Rosmarin, Salbei oder Pfefferminze verströmen wunderbare Aromen. In gleicher Weise werden auch frisch gemähtes Gras oder reife Äpfel Erinnerungen wecken. Beim Arbeiten am Pflanztisch können aber auch weniger harmonische Gerüche wie etwa die der Tomaten oder Tagetespflanzen hinzukommen. Die Erde hat ebenfalls einen ganz besonderen Duft, und selbst der Geruch von Kompost kann beeindrucken, sogar wenn er nicht gut gepflegt ist.
FühlenDas „Begreifen“ stellt ein elementares Angebot des Sinnesgartens dar. Dieser bietet eine Vielzahl von Möglichkeiten, um Erfahrungen über den Tastsinn zu machen: glatt gehobeltes Holz oder Baumrinde und Zweige, Steine des Hochbeets, Pflanzen mit unterschiedlichen Blattoberflächen, etwa die rauen Blätter des immergrünen Schneeballs oder die weich behaarten Blätter des Woll-Ziests. Auf dem Arbeitstisch können Erde, Kiesel, Kastanien oder Moos ausgebreitet werden. Das Vergraben der Hände darin kann für viele Menschen ein ausgesprochen sinnliches Erlebnis sein. Wasser ist ein ebenfalls sehr wichtiges Element in einem Sinnesgarten. Sie können z. B. einen Quell- oder Sprudelstein so platzieren, dass auch Rollstuhlfahrer ihn erreichen können, um gegebenenfalls ihre Hand gefahrlos einzutauchen.
HörenDer Aufenthalt im Freien ist auch in puncto Geräuschwahrnehmungen lohnenswert. Wenn der Wind weht, ist das Rascheln von Blättern zu hören, möglicherweise das Knarzen von Ästen. Vögel zwitschern und erfreuen mit ihrem Gesang – möglicherweise kann einer Ihrer Pflegekunden noch Vogelstimmen erkennen und zuordnen? Zusätzlich können zart klingende Windspiele in den Ästen oder an Sitzüberdachungen aufgehängt werden. Eine größere, aber hübsche Anschaffung ist auch eine Holzharfe, die vom Wind oder durch eigene Aktivität mit den Händen oder einem Klöppel angestoßen werden kann. Das Plätschern von Wasser wirkt beruhigend. Ein Quellstein, Wasser-spiele oder leise rinnende Brunneneinläufe, etwa ein Kreislauf aus einem Pumpenschwengel in einen Bottich, binden die Aufmerksamkeit. Setzen Sie diese Akzente möglichst bei einer Sitz-gelegenheit, die auch Schatten spendet, sodass die Besucher sich ohne Hast aufhalten können.
SchmeckenIm Sinnesgarten empfiehlt es sich, auch Obst- und Gemüsepflanzen zu beherbergen. So bietet ein Spaziergang dort immer die Möglichkeit zum Naschen: Walderdbeeren vom Hochbeet, Himbeeren, dornenlose Brombeeren vom Spalier oder auch Tomaten können nebenher probiert werden. Entscheidend ist hier, dass Sie keine stark giftigen Pflanzen im Garten haben, damit das Essen z. B. von Beerenfrüchten gefahrlos ist. Keinesfalls sollten Sie daher z. B. Eibe, Seidelbast, Pfaffenhütchen, Stechpalme, Fingerhut, Goldregen oder Eisenhut pflanzen. Eine vollständige Übersicht finden Sie im Internet unter botanikus.de. Auch in Ihrer Gärtnerei kann man Sie dahingehend beraten.

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