Haben Sie Ihren Sozialraum schon einmal unter hygienischen Gesichtspunkten betrachtet? Natürlich haben Ihre Patienten im Sozialraum nichts zu suchen. Aber Sie müssen sicherstellen, dass Ihre Mitarbeiter nicht mit kontaminierter Kleidung in den Sozialraum gehen. Selbstverständlich darf es auch nicht umgekehrt zu einer Keimbesiedelung kommen, indem ein Erreger über den Sozialraum in die Praxis gelangt. Wenn Sie die entsprechenden Standards einhalten, ist das kein Problem.
Mögliche Probleme und passende Praxislösungen für den Sozialraum
| Problem | Frage | Lösungen und Regeln für den Sozialraum |
| Überall stehen Lebensmittel herum und verderben. Verfallsdaten werden nicht beachtet. Keiner fühlt sich zuständig. | Kühlschrank und Stauraum für haltbare Lebensmittel vorhanden? | Jeder Mitarbeiter hat im Kühlschrank und im betreffenden Schrank einen eigenen Platz oder ein Fach für Nahrungsmittel. Er ist selbst dafür verantwortlich, dass keine verfallenen oder verfaulten Lebensmittel liegen bleiben. Lagern Sie keine doppelten Rationen an Lebensmitteln: Bieten Sie an, Vorräte an Zucker, Tee und Kaffee zu Ihren Lasten anzuschaffen (natürlich müssen Verfallsdaten beachtet werden). Für jeden Tag wird ein verantwortlicher Mitarbeiter benannt. Dieser sorgt dafür, dass der Sozialraum am Abend ordentlich verlassen wird. |
| Die Elektrogeräte im Sozialraum werden nicht oder nur ungenügend gereinigt. | Kühlschrank, Kaffeemaschine Mikrowelle und/oder Elektroherd vorhanden? | Bei sichtbarer Verschmutzung immer sofort reinigen. Der Mitarbeiter, der für die Verschmutzung verantwortlich ist, führt die Reinigung durch. Einmal im Monat ist ein Mitarbeiter dafür verantwortlich, den Kühlschrank, die Mikrowelle und/oder den Elektroherd zu reinigen. Wer jeweils zuständig ist, wird im Dienstplan festgelegt. Je nach Wasserhärte muss die Kaffeemaschine alle 1 bis 3 Monate entkalkt werden. Der Dienstplan benennt auch den dafür verantwortlichen Mitarbeiter. |
| Im Sozialraum liegen Kleidung und Schuhe herum. Private Kleidung und Praxiskleidung werden nicht getrennt. | Ist ein Kleiderschrank vorhanden? Wie viel private Kleidung lagern die Kollegen im Sozialraum? Wie können getragene Praxiskleidung und saubere Kleidung getrennt voneinander aufbewahrt werden? | Überprüfen Sie, ob und wie viele Kleiderschränke vorhanden sind und welche Voraussetzungen diese Schränke haben: Ist eine Trennung zwischen Berufs- und Privatkleidung möglich, z. B. durch getrennte Schränke oder Spinde mit zwei getrennten Fächern? Getragene Praxiskleidung, die noch nicht in den Wäschesack kommen soll, wird nicht in den Schrank zur sauberen Kleidung gehängt! Sind eigene verschließbare Spinde für Ihre Mitarbeiter vorhanden (nicht zwingend erforderlich, aber optimal!)? Haben die Mitarbeiter zu wenig Stauraum? Dann prüfen Sie, ob zusätzliche Kleiderschränke oder Spinde angeschafft werden können. Manchmal reichen auch schon ein paar zusätzliche Kleiderbügel aus. Achten Sie darauf, dass alle ihre Kleidung immer im Schrank aufhängen und dass keine Kleidungsstücke und Schuhe im Raum liegen oder in der Praxis zurückgelassen werden. Halten Sie Ihre Mitarbeiter dazu an, den Sozialraum nicht zu ihrem 2. privaten Kleiderschrank zu machen! |
Wichtig: Hygiene beginnt mit einem aufgeräumten, sauberen Raum. Manche Sozialräume gleichen eher einer Abstellkammer als einem Rückzugsort, an dem sich Ihre Mitarbeiter erholen und entspannen können. Bestimmen Sie deshalb Regeln und Verantwortlichkeiten für Ihren Sozialraum.