Diabetes mellitus gehört in stationären Einrichtungen und Tagespflegen zum Alltag. Betreuungskräfte übernehmen keine medizinische Behandlung – sie spielen aber eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, Veränderungen zu erkennen, Angebote passend zu planen und in kritischen Situationen richtig zu reagieren.
Diabetes ist bei älteren und pflegebedürftigen Menschen weit verbreitet. Viele Betreute leben seit Jahren mit der Erkrankung. Andere erhalten die Diagnose erst im höheren Alter oder haben bereits Folgeerkrankungen, etwa Durchblutungsstörungen, Nervenschäden, Sehprobleme, Wundheilungsstörungen oder Einschränkungen der Mobilität.
Für Sie als Betreuungskraft bedeutet das: Sie müssen keine Blutzuckerwerte beurteilen, keine Medikation anpassen und keine medizinischen Entscheidungen treffen. Aber Sie erleben die Betreuten in Alltagssituationen – beim Essen, bei Bewegungsangeboten, in Gruppenrunden, bei Festen, Spaziergängen oder Ausflügen. Dadurch bemerken Sie oft früh, wenn jemand anders wirkt als sonst. Eine plötzliche Blässe, Schwitzen, Zittern, Unruhe, starke Müdigkeit oder Verwirrtheit kann verschiedene Ursachen haben. Bei Menschen mit Diabetes sollten Sie dabei auch an eine mögliche Blutzuckerentgleisung denken und rechtzeitig die Pflegefachkraft informieren.
Was ist Diabetes mellitus?
Diabetes mellitus ist eine chronische Stoffwechselerkrankung. Der Körper kann Zucker aus dem Blut nicht ausreichend in die Zellen aufnehmen. Dafür braucht er das Hormon Insulin. Wenn zu wenig Insulin vorhanden ist oder das Insulin nicht richtig wirkt, bleibt zu viel Zucker im Blut. Langfristig kann ein dauerhaft erhöhter Blutzucker Blutgefäße und Nerven schädigen. Kurzfristig können 2 Situationen besonders wichtig werden:
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