„Mein Einsatz im Pflegeheim war echt interessant“, hat mir die Auszubildende Gülsha am Freitag erzählt. „Am Anfang hatte ich ja etwas Bedenken, weil mir viele Kollegen im Krankenhaus wahre Horror-Geschichten erzählt hatten. Angeblich werden die Menschen in Pflegeheimen nicht so gut versorgt und der pflegefachliche Standard wäre dort nicht gut. Ich habe aber das Gegenteil erlebt: Tolle Kollegen, die sich richtig gut um die alten Menschen kümmern! Besonders gefreut hatte mich, dass ich mit meinem Praxisanleiter auch einmal eine Biografie erstellen durfte. Frau Otto ist neu eingezogen und nach 3 Tagen haben wir uns mit ihr zusammengesetzt und sie zu ihrem Leben befragt. Echt spannend, was sie zu erzählen hatte!“
Andere Schwerpunkte, andere Pflege
Diese Rückmeldung hat mich wirklich gefreut! Einer der ganz großen Vorteile, die Ihr generalistischen Auszubildenden habt, sind die verschiedenen Praxiseinsätze und damit die Möglichkeit, Einblicke in ganz viele Bereiche der Pflege zu bekommen. Dadurch könnt Ihr Euch ein gutes Bild von den verschiedenen Settings machen und lernt, dass es nicht bessere und schlechtere Bereiche gibt, sondern dass die Schwerpunkte der Versorgung einfach andere sind.
Im Krankenhaus sind die Menschen z. B. für einen kurzen Zeitraum und weil sie akut erkrankt sind sowie Heilung oder zumindest Hilfe brauchen. Deshalb heißt dieser Praxisort offiziell auch „stationäre Akutpflege“. Im Seniorenpflegeheim verbringen die Menschen dagegen den letzten Abschnitt ihres Lebens. Sie ziehen dort ein, weil sie dauerhafte Hilfe brauchen und zu Hause nicht mehr allein zurechtkommen. Dieser Praxiseinsatz heißt deshalb „stationäre Langzeitpflege“.

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