Im Rahmen einer wirkungsvollen Delir-Behandlung müssen Medizin und Pflege Hand in Hand arbeiten, um das bestmögliche Ergebnis für die Betroffenen zu erzielen. Ein Zusammenspiel von medikamentöser und nichtmedikamentöser Intervention verspricht den größten Erfolg. Sie müssen sich hierfür eng mit allen an der Versorgung Beteiligten abstimmen und sorgfältig den Verlauf in der Dokumentation festhalten.
7 Hauptmaßnahmen und ihre Wirkung, die Sie als Pflegeprofi durchführen
Die notwendigen Maßnahmen im Einzelnen sind vom individuellen Fall abhängig. Sie zu gewichten und zu priorisieren, ist Ihre Aufgabe, da Sie unmittelbar mit dem Betroffenen und dem akuten Geschehen vertraut sind. Auch wenn die Delir-Bekämpfung die Zusammenarbeit mit Ärzten erfordert, bedenken Sie: Niemand hat mehr Kontakt zu den Betroffenen als die Pflege.
| 7-Punkte-Checkliste: Maßnahmen für eine Delir-Behandlung bei Menschen mit Demenz | |||
| Check | Maßnahme | Vorgehensweise | Einfluss/Wirkung |
| Reorientierungsmaßnahmen | – Regelmäßig Name, Ort, Datum, Uhrzeit nennen – Kalender, Uhren, Familienfotos gut sichtbar anbringen – Klare Kommunikation: einfache Sätze, ggf. langsam wiederholen | – Unterstützt die kognitiven Funktionen (Orientierung) und reduziert Angst oder Unruhe – Mäßig hoher Einfluss, wenn konsequent umgesetzt | |
| Anpassung von Umfeld und Sinnesreizen | Optimale Beleuchtung (tagsüber hell, nachts gedämpft) – Lärmquellen minimieren (z. B. nachts weniger Personalgeräusche, Türen leise schließen) – Nutzung von Brillen, Hörgeräte etc. sicherstellen | – Fördert Schlafqualität, reduziert Reizüberflutung – Unterstützt eine bessere Orientierung und verringert Stress | |
| Mobilisation und Aktivierung | – Anleiten zu regelmäßigen Bewegungsübungen, kurze Spaziergänge, gemeinsame Aktivitäten – Bei Bedarf Physiotherapie, Ergotherapie und soziale Betreuung hinzuziehen | – Steigert Kreislauf- und Hirndurchblutung – Wirkt vorbeugend und fördert Genesung | |
| Flüssigkeitsund Ernährungsmanagement | – Trinkpläne erstellen, regelmäßige Angebote (Wasser, Tee) – Konsistenz der Kost anpassen (bei Schluckstörungen) – Ruhevolle Mahlzeiten, ggf. Unterstützung beim Essen | – Verhindert Dehydratation und Mangelernährung (häufige Delir-Auslöser) – Hoher Einfluss, da essenzielle Bedürfnisse abgedeckt werden | |
| Schmerzund Beobachtungsmanagement | – Regelmäßige Schmerzerfassung (mittels Skalen, z. B. der BESD) – Dokumentation auffälliger Verhaltensänderungen, engmaschige Delir-Screenings | – Rechtzeitige Identifikation von Unruheoder Schmerzursachen – Guter bis hoher Einfluss: Frühzeitiges Eingreifen beugt Eskalation vor | |
| Schlafhygiene fördern | – Feste Tag-Nacht-Rhythmen – Vermeiden von nächtlichen Störungen (kein unnötiges Licht, Lärm) | – Erholsamer Schlaf mindert kognitive Verwirrung und fördert Genesung – Mäßiger bis hoher Einfluss, bei konsequenter Umsetzung | |
| Einbeziehung von Angehörigen/ Bezugspersonen | – Kontakt fördern (z. B. Besuche, vertraute Gegenstände) – Gemeinsame Gespräche über Vorlieben, Biografie – „Familiäre“ Ansprache, um Vertrauen zu stärken – Information und Aufklärung über den deliranten Zustand nicht vernachlässigen | – Emotionale Sicherheit und Orientierung – Positiver Einfluss auf die Beruhigung und Kooperation der Betroffenen | |
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