Leserfragen

Dokumentation nonverbaler Signale

Frage: „In unserer Einrichtung fällt es oft schwer, nonverbale Signale von Bewohnern eindeutig zu dokumentieren. Gerade bei Menschen mit Demenz oder Hörbeeinträchtigung ist es nicht immer möglich, eine klare Aussage […]

Lydia Lebelt

22.09.2025 · 1 Min Lesezeit

Frage: „In unserer Einrichtung fällt es oft schwer, nonverbale Signale von Bewohnern eindeutig zu dokumentieren. Gerade bei Menschen mit Demenz oder Hörbeeinträchtigung ist es nicht immer möglich, eine klare Aussage zu bekommen. Trotzdem müssen wir ja nachvollziehbar dokumentieren, wie wir Situationen eingeschätzt und welche Maßnahmen wir ergriffen haben. Wie lässt sich eine solche Dokumentation rechtssicher und trotzdem praktikabel gestalten?“ (Katrin S., Lüneburg)

Antwort: Nonverbale Kommunikation ist ein fester Bestandteil der Pflegebeziehung. Sie wahrzunehmen und zu dokumentieren, gehört zur pflegerischen Verantwortung. Dokumentation bedeutet nicht nur festzuhalten, was gesagt oder getan wurde, sondern auch, wie Signale verstanden wurden und darauf reagiert wurde. Ohne eine nachvollziehbare Aufzeichnung können wichtige Beobachtungen verloren gehen und im Team entstehen Informationslücken. Eine fachgerechte Dokumentation enthält 3 Elemente: Beobachtung, Interpretation und Handlung. Zunächst wird beschrieben, was konkret wahrgenommen wurde. Dies können Gesten, Mimik, Körperhaltung oder Bewegungen sein. Anschließend wird im Kontext der Situation eingeschätzt, was diese Signale vermutlich bedeuten. Darauf folgt die dokumentierte Handlung, die aus der Beobachtung abgeleitet wurde.

Beispiel: „Bewohner sitzt zusammengesunken am Tisch, vermeidet Blickkontakt und reagiert nicht auf Ansprache. Zeige-Geste in Richtung Toilette ohne Reaktion. Eindruck von Rückzug und möglicher Überforderung. Handlung: Begleitung ins Zimmer, Angebot einer kurzen Ruhepause.“ Besonders hilfreich sind standardisierte Dokumentationsinstrumente. Pflegeverlaufsvermerke mit klaren Strukturvorgaben, Beobachtungsbögen oder auch kurze Einträge in Anlehnung an die Pflegeziele machen nachvollziehbar, warum eine Handlung gewählt wurde. Sie können durch Verweise auf vorherige Beobachtungen ergänzt werden, etwa: „Fortführung der geplanten Beobachtung zur Mobilität nach Fallbesprechung vom 10.07.“ Die Dokumentation sollte immer zeitnah erfolgen. Aufzeichnungen wie „Bewohner war ruhig“ sind nicht ausreichend. Stattdessen wird der konkrete Eindruck beschrieben, beispielsweise: „Bewohner lächelt, schaut in die Augen, öffnet die Hände, wirkt entspannt.“ Eine transparente Dokumentation macht Entscheidungen nachvollziehbar, stärkt die fachliche Sicherheit und dient im Konfliktfall als rechtliche Absicherung. Sie unterstützt außerdem die Zusammenarbeit im Team und sorgt dafür, dass alle Beteiligten über dieselben Informationen verfügen. Eine Pflegekraft, die Beobachtungen festhält, übernimmt damit Verantwortung für Qualität und Verlässlichkeit in der Betreuung.

Testen Sie jetzt „Stationäre Pflege aktuell“ und profitieren Sie von einer maßgeschneiderte Unterstützung für PDLs im Alten- und Pflegeheim!

Jede Ausgabe bietet Ihnen aktuelle Informationen direkt aus der Praxis und rechtssichere Tipps für Ihre Leitungsaufgaben. Qualität und Sicherheit für Ihre Leitungs-Praxis im Alten- und Pflegeheim, die Ihnen den Berufsalltag als Pflegedienstleitung erleichtert!