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Ein gelungener Prozess – in 6 Schritten organisieren Sie Fort- und Weiterbildungen

Überlassen Sie Fort- und Weiterbildungen in Ihrer Einrichtung nicht „dem Zufall“ oder warten Sie nicht darauf, dass externe Prüfinstanzen Themen vorgeben. Stellen Sie einen eigenen Prozess zur voraus- schauenden und […]

Sandra Herrgesell

20.12.2024 · 3 Min Lesezeit

Überlassen Sie Fort- und Weiterbildungen in Ihrer Einrichtung nicht „dem Zufall“ oder warten Sie nicht darauf, dass externe Prüfinstanzen Themen vorgeben. Stellen Sie einen eigenen Prozess zur voraus- schauenden und bedarfsgerechten Fort- und Weiterbildung auf die Beine:

  1. Ermitteln Sie den Bedarf. In der Check- liste auf Seite 2 haben Sie einige Auslöser für mögliche Schulungen gesehen, z. B. Gesetzesänderungen. Je nachdem, wie groß Ihre Einrichtung ist, sollten Sie aus diesen Auslösern die Ergebnisse zusam- mentragen und eine vorausschauende Planung erstellen, etwa zum Ende eines Jahres für das kommende Jahr. Wenn Sie nur ein Team haben, z. B. ambulant, kön- nen Sie die Bedarfsermittlung mit allen gemeinsam in einer Teamsitzung machen. Das kommt gut bei den Mitarbeitenden an und ist effektiv. Sind Sie größer und haben mehrere Teams oder Fachbereiche, geben Sie die Arbeitsaufträge an die jeweiligen Team- oder Fachbereichsleitungen. Leit- fragen, um den Bedarf festzulegen, sind:
    • Stehen personelle Veränderungen an? Gehen z. B. Mitarbeitende mit be- stimmten Beauftragungen und müs- sen entsprechend andere qualifiziert werden, etwa zu Wundexperten?
    • Gab es Fehler/Qualitätsverluste zu be- stimmten Themen, z. B. festgestellt in Pflegevisiten?
    • Auf welche gesetzlichen Veränderun- gen müssen Sie sich vorbereiten und welches Wissen wird dafür benötigt?
    • Gibt es andere als gesetzliche externe Anforderungen, z. B. neue Experten- standards oder pflegewissenschaftli- che Neuerungen?
    • Existieren spezifische Bedarfe bei den Kunden, etwa Veränderungen des Kli- entels, die neues Wissen und erweiter- te Kompetenzen erfordern?
  2. Werten Sie den Bedarf aus. Wo gibt es Überschneidungen und Mehrfachnen- nungen? Decken sich die Rückmeldungen Ihrer Mitarbeitenden mit dem, was Sie selber an Schulungsbedarf sehen? Welche Fortbildungen haben die höchste Priori- tät? In die Priorisierung können Sie Ihre Mitarbeitenden einbeziehen, z. B. über eine Punktabfrage. Unterscheiden Sie:
    • Welche umfangreichen Weiterbildun- gen benötigen Sie in Ihrer Einrichtung und wer kommt über das Mitarbeiten- dengespräch dafür in Betracht?
    • Welche Fortbildungen sind für alle re- levant?
    • Wie hoch ist Ihr Budget in diesem Jahr?
  3. Stellen Sie einen Fortbildungsplan auf. Auf der Basis der Bedarfsauswertung und des zur Verfügung stehenden Budgets er- stellen Sie einen Fortbildungsplan. Sorgen Sie für eine ausgewogene Verteilung über das Jahr. Überlegen Sie dabei:
    • Welche Schulungen können Sie selbst oder jemand anderes aus Ihrer Einrich- tung gut geben? Nutzen Sie hier die Ressourcen.
      • Welche Pflichtschulungen müssen ab- solviert werden?
      • Wofür brauchen Sie externe Dozenten? Welche haben sich bewährt und wollen Sie wieder einsetzen
      • Welche Maßnahmen sollen in Präsenz laufen und welche gehen bei welchem Anbieter auch als E-Learning oder On- lineveranstaltung?
  4. Beauftragen Sie externe Dozenten. Idealerweise haben Sie einen Pool aus externen Dozenten oder Fortbildungsins- tituten, auf die Sie immer wieder zurück- greifen. Wenn Sie neue Dozenten für neue Themen benötigen, vergleichen Sie Preise und sehen Sie sich die Rezensionen auf den Homepages an. Auf diese Weise er- halten Sie einen Überblick, welche Dozen- ten Sie einsetzen können. Melden Sie die Mitarbeitenden bei externen Instituten an oder planen Sie gemeinsam mit den Dozenten Termine und Organisatorisches, wenn sie für eine Inhouse-Schulung zu Ih- nen kommen.
  5. Veröffentlichen Sie den Fortbildungs- plan. Nach Abschluss der Bedarfser- mittlung und wenn alle Fortbildungen terminiert sind, erstellen Sie den abschlie- ßenden Plan. Neben einer schlichten ta- bellarischen Auflistung können Sie dafür die Tipps auf Seite 8 nutzen. Oft findet sich in der Praxis ein solches oder ähnliches Muster wie auf dieser Seite abgebildet.
  6. Werten Sie Schulungen aus. Hierzu finden Sie auf Seite 7 weiterführende An- regungen und Methoden. Wichtig ist in jedem Fall, dass Sie die Auswertung als Teil Ihres Prozesses für die Organisation von Fortbildungen sehen. Auf diese Wei- se können Sie für das Folgejahr die ge- wonnenen Erkenntnisse nutzen, um z. B. andere Schulungsträger oder Dozenten auszuwählen oder Inhalte besser an die Zielgruppe anpassen zu können.

Und was, wenn sich die Planung ändert?

Immer häufiger höre ich in der Praxis, dass der gut vorbereitete Fortbildungsplan so dann doch nicht umsetzbar ist, dass sich neue Themen ergeben haben, Referenten plötzlich keine Zeit haben.

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