Über das Sterben und die damit verbundenen Ängste zu sprechen, fällt den Betroffenen oftmals nicht leicht. Zudem zeigen sich Ängste, da sie mitunter unbewusst sind, nicht offen und deutlich. Elemente wie beispielsweise Träume oder eine symbolhafte Sprache können Ihnen hierüber Auskunft geben.
Mit der Annäherung an den Tod nehmen beim Sterbenden meist Schwäche und Müdigkeit zu. Dies erschwert eine Kontaktaufnahme sowie die Aufrechterhaltung einer bestehenden Kommunikation. Stellt sich im weiteren Sterbeprozess eine Desorientierung das beängstigende Lebensende nicht direkt anzusprechen. Hier „verkleidet“ sich die Angst in eben dieser symbolhaften Sprache. Mithilfe einer Basalen Kommunikation, z. B. über Berührung, können zwar nicht die verbalen Verständigungsschwierigkeiten aufgelöst bzw. die Symbolsprache sterbender Menschen entschlüsselt werden, sie kann aber eine Verbesserung der Beziehung zum Sterbenden ermöglichen. Das kann wiederum dazu führen, dass die schützende Symbolsprache verlassen und die Botschaft für den Begleiter verständlicher wird.
Immer wieder kann es Ihnen passieren, dass Sie erst im Nachhinein herausbekommen, was die Symbolsprache des Sterbenden ausdrücken sollte. Als ein Beispiel hierfür beschreibt der Sterbeforscher Hans-Christoph Piper ein Gespräch zwischen einer Sozialarbeiterin und einer Patientin in einem Krankenhaus. Darin bat die Patientin die Sozialarbeiterin, ihre Geldbörse aus der Nachttischschublade zu nehmen und das Geld darin zu zählen. Die Patientin war beunruhigt über den geringen Betrag und überlegte, wie sie sich Geld beschaffen könnte. Sie kam zu dem Schluss, dass das Geld noch bis Donnerstag reichen würde. Die Sozialarbeiterin war über dieses Gespräch verwundert, denn es gab nichts, wofür die Patientin das Geld hätte ausgeben können. Warum war sie so unruhig? Am Donnerstag verstarb die Patientin.
Sprechen Sie die Bedeutung nicht direkt an
Meinen Sie, den Symbolgehalt erkannt zu haben, ist es ratsam, den Sterbenden nicht direkt mit Ihrer Interpretation zu konfrontieren. Bedenken Sie: Die Symbolsprache hat ja auch die Funktion des Schutzes vor der ängstigenden Realität des nahen Todes. Am besten bestätigen Sie das gezeigte Gefühl des Sterbenden, indem Sie es mit Ihren Worten aussprechen, und warten dann ab, ob er dieses erwidert. Entsteht hieraus eine vertrauensvolle Beziehung, ist es an dem Sterbenden, sich deutlicher bezüglich z. B. seiner Ängste zu äußern.
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