Lotti K. lebt in der Einliegerwohnung im Anbau neben ihrer Tochter. Morgens und abends kommt der Pflegedienst zur Körperpflege, ansonsten wird die alte Dame wechselnd von ihren Kindern betreut und versorgt. Als der ambulante Dienst übernahm, stellte er bei Frau K. einen ausgeprägten Fußpilz fest (Tinea pedis). Wenige Wochen später hat sich die Pilzinfektion, die bisher mit dem ärztlich verordneten antimykotischen Spray behandelt wurde, leider ausgebreitet und auch Leisten und Oberschenkel sind befallen. Die Tochter beschwert sich daraufhin bei der Pflegedienstleiterin: Es wird vermutet, dass das Anti-Pilz-Mittel nicht korrekt oder nicht konsequent angewandt wurde.
Fußpilz ernst nehmen
Fußpilz wird oft unterschätzt. Viele Laien glauben, dass er mit der richtigen Creme schnell wieder verschwindet – und oft stimmt das, besonders in jungen Jahren. Für Menschen mit Demenz ist die Situation jedoch anders. Sie sind auf die Unterstützung von Pflegekräften und Angehörigen angewiesen, um die Infektion zu behandeln und eine Ausbreitung zu verhindern. Häufig können sie notwendige Medikamente nicht mehr korrekt anwenden. Zudem ist es essenziell, konsequent auf Hygiene zu achten, um eine erneute Infektion oder Ansteckung anderer zu vermeiden.
Klären Sie Angehörige auf
In einer Betreuungssituation mit mehreren Beteiligten ist es essenziell, dass alle über das gemeinsame Vorgehen und die Folgen einer Pilzausbreitung informiert sind. Bleiben Sie sachlich und professionell, wenn Sie Angehörige aufklären. Nutzen Sie die Tabelle als Orientierung und geben Sie bei Bedarf eine Anleitung für die Versorgung. Da Menschen mit Demenz oft nicht ausreichend mitwirken können, ist die Information des gesamten „Sorge-Teams“ besonders wichtig. Eine Checkliste zur Unterstützung finden Sie als Beileger in dieser Ausgabe.
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Jede Ausgabe beinhaltet aktuelle Fallbesprechungen aus dem Pflegealltag, Expertenwissen zur Demenzpflege, bewährte Ansätze zur Beziehungsgestaltung, spezialisiertes Know-how zur Versorgung im Spätstadium sowie praxisorientierte Tipps für eine effektive Kommunikation und Pflegeplanung.