THEMENHEFT: FRAUEN UND MÄNNER – DER (KLEINE) UNTERSCHIED BEI STERBEN, TOD UND TRAUER

Gleiche Dosis, dennoch unterschiedliche Effekte bei Mann und Frau?

Obwohl der Medikamentenverbrauch bei Frauen deutlich höher ist, werden nach wie vor häufig die an Männern gewonnenen Daten auf sie übertragen. Das kann zu einer fehlerhaften Medikation führen. Lesen Sie, […]

Michaela Funk

12.03.2025 · 2 Min Lesezeit

Obwohl der Medikamentenverbrauch bei Frauen deutlich höher ist, werden nach wie vor häufig die an Männern gewonnenen Daten auf sie übertragen. Das kann zu einer fehlerhaften Medikation führen. Lesen Sie, was Sie für die Schmerztherapie bei Frauen und Männern wissen sollten.

Untersuchungen zur unterschiedlichen Wirkung von Medikamenten bei Männern und Frauen sind relativ spärlich zu finden. Bis 1988 wurden die meisten Arzneimittelstudien ausschließlich an Männern durchgeführt, weil man bei ihnen keine Schwangerschaft und keine Einflüsse von Hormonschwankungen in Betracht ziehen musste. So müssen in Deutschland erst seit 2004 Wirkungsnachweise für Frauen und Männer getrennt erbracht werden. Das gilt jedoch nur für neue Medikamente. Vor dem Hintergrund dieser Forschungsarbeiten zeigt sich immer mehr, dass es tatsächlich vielfältige Unterschiede gibt.

Unterschiedliche Wirksamkeit

Eine Arzneistoffgruppe, bei der geschlechtsspezifische Unterschiede für die Wirksamkeit relevant sind, sind die Schmerzmittel (Analgetika). Als Beispiel für eine unterschiedliche Arzneistoffwirkung kann Morphin genannt werden: Dieses wirkt bei Frauen stärker analgetisch als bei Männern. In der Praxis zeigt sich, dass Männer eine bis zu 50 % höhere Morphin-Dosis brauchen, um eine vergleichbare schmerzlindernde Wirkung zu erfahren. Alternativ könnte auch das Dosierungsintervall verlängert werden. Wenn man sich den Serumspiegel von Morphin anschaut, ist die Wirksamkeit bei Frauen höher als bei Männern. Männer benötigen somit mehr von der Substanz.

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