Jahre nach der Einführung des Strukturmodells gibt es immer noch viele Unsicherheiten in Bezug auf die Dokumentation – insbesondere zur strukturierten Informationssammlung (SIS®). Eine 2. große Unsicherheit stelle ich vor Ort in unseren Einrichtungen immer wieder fest: Wenn Pflegekunden herausfordernde Verhaltensweisen an den Tag legen, wissen viele Mitarbeitende nicht, wo und wie sie dies in der strukturierten Informationssammlung festhalten.
Nutzen Sie die Verstehenshypothese
Die Verstehenshypothese als zentraler Aspekt des Expertenstandards zur Beziehungsgestaltung dient Ihren Mitarbeitenden dazu, beobachtetes Verhalten nicht vorschnell zu bewerten, sondern die möglichen Ursachen und Bedürfnisse hinter dem Verhalten zu ergründen. Ihre Pflegekräfte formulieren auf Basis der in der SIS® erhobenen Informationen eine begründete Annahme darüber, warum eine Person in bestimmten Situationen so handelt, wie sie handelt. Diese Annahme sollte sich zusätzlich in der SIS® wiederfinden. Im Maßnahmenplan können Ihre Mitarbeitenden dann darauf aufbauend eine gezielte Maßnahme planen.
Beispiel: Eine Abwehrreaktion während der Körperpflege kann ein Ausdruck von Scham, Überforderung, Schmerzen oder mangelndem Vertrauen sein. Durch das Aufstellen einer Verstehenshypothese („Die Person könnte sich in der Pflegesituation beschämt fühlen und reagiert daher ablehnend“) wird das Verhalten in einen sinnhaften Zusammenhang gestellt.
Testen Sie jetzt „Qualität in der Pflege“ und profitieren Sie von einer maßgeschneiderte Unterstützung für Ihre Qualitätsbeauftragten!
Die professionelle Praxishilfe erleichtert die Einführung, Umsetzung und Überwachung der neuen Qualitätsstandards in der Altenpflege, damit Sie dort Leistung zeigen, wo der MD sein Augenmerk hat.