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„Huhu, ich bin die Katheter-Schwester!“ – Welche Aufgaben sollten Sie auslagern?

Der allgemeine Mangel an gut qualifizierten Pflegefachkräften treibt seltsame Blüten. Immer mehr fachliche Aufgaben können mittlerweile an externe Dienstleister ausgelagert werden. Ist das immer die richtige Lösung und was sollten […]

Nicole Ott

01.11.2024 · 5 Min Lesezeit

Der allgemeine Mangel an gut qualifizierten Pflegefachkräften treibt seltsame Blüten. Immer mehr fachliche Aufgaben können mittlerweile an externe Dienstleister ausgelagert werden. Ist das immer die richtige Lösung und was sollten wir dabei beachten?

Praxiserlebnis: „Letzten Montag war ich kurzzeitig leicht überfordert“, erzählte mir gestern eine PDL. „Unsere Mitarbeiterin der Rezeption rief bei mir an und meinte, da sei eine Fachkraft, die jetzt die Katheter bei unseren Bewohnern wechseln will! Ich wusste von nichts und habe im 1. Moment gedacht, ich hätte einen Termin verpeilt. Ich bin dann an den Empfang und im Gespräch hat sich herausgestellt: Die externe Fachkraft wollte sich bei mir vorstellen. Sie sei selbstständig und würde ihre Dienstleistung Heimen anbieten. Sie könne die Blasenkatheter all unserer Bewohner wechseln – damit wären meine Pflegefachkräfte entlastet und müssten sich auch nicht mehr um das ganze Terminmanagement kümmern. Sie würde die Verwaltung und auch die Bestellung der Materialien übernehmen und dann selbst mit den Kassen abrechnen. Uns würden keinerlei Kosten entstehen und wir hätten nur Vorteile von diesem System. Ich habe dann erst einmal einen richtigen Termin in 2 Wochen mit ihr ausgemacht, weil ich das Ganze zuerst recherchieren und durchdenken muss. Was hältst du davon?“

Arbeitsentlastung oder Wegnahme von Kompetenzen? In letzter Zeit höre ich von PDLs und auch von meinen WBL- Kollegen immer öfter von solchen Modellen:

  • Da ist die Apotheke, die das Blistern der Medikamente übernimmt.
  • Da sind spezielle Firmen, die das ganze Diabetes-Management im Pflegeheim übernehmen (speziell das Ausrüsten mit und das spätere kontinuierliche Bestellen der benötigten Messgeräte, Messstäbchen und weiterer Materialien).
  • Da gibt es Mitarbeiter von Firmen wie z. B. Nestlé oder Fresenius, die anbieten, die Gewichtsverläufe der Bewohner im Rahmen einer regelmäßigen Visite zu überwachen und nötigen Handlungsbedarf, z. B. die Versorgung mit hochkalorischer Trinknahrung, gleich umzusetzen.
  • Da gibt es externe Wundexperten, die das Wundmanagement für die Bewohner übernehmen möchten.

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