HAFTUNG: RISIKEN, VERANTWORTLICHKEITEN & SCHUTZ

Ihre Rolle als Führungskraft/PDL im Arbeitsrechtsstreit mit einer Pflegekraft

Ich stelle fest, dass Pflegekräfte zunehmend bereit sind, ihre Rechte auch juristisch durchzusetzen. Während früher Konflikte oft stillschweigend hingenommen oder mit einer Kündigung beantwortet wurden, kommt es heute häufiger zu […]

Judith Barth

16.06.2025 · 2 Min Lesezeit

Ich stelle fest, dass Pflegekräfte zunehmend bereit sind, ihre Rechte auch juristisch durchzusetzen. Während früher Konflikte oft stillschweigend hingenommen oder mit einer Kündigung beantwortet wurden, kommt es heute häufiger zu arbeitsrechtlichen Auseinandersetzungen mit dem Träger. Als PDL stehen Sie dabei oft im Zentrum – und müssen Ihre Rolle klar kennen.

Frage 1: Welche Aufgaben habe ich als PDL im Gerichtsverfahren?

Antwort: Sie liefern die entscheidenden Informationen. Abmahnungen oder Kündigungen werden vom Träger meist nur auf Ihren Hinweis hin ausgesprochen. Das heißt: Ihr Träger und sein Anwalt sind im Streitfall auf Ihre Dokumentation und Einschätzung angewiesen. Deshalb gilt: Kommt es zu Problemen mit einer Pflegekraft, dokumentieren Sie Vorfälle frühzeitig – z. B. durch Aktennotizen oder Zeugenaussagen. In der konkreten Klagesituation müssen Sie Ihrem Träger alle relevanten Vorgänge offenlegen – auch dann, wenn Sie sich selbst nicht ganz korrekt verhalten haben. Es müssen wirklich „alle Karten auf den Tisch“.

Frage 2: Muss ich als Zeuge aussagen?

Antwort: Ja. Werden Sie vom Arbeitsgericht geladen, besteht Aussagepflicht – es sei denn, Sie sind mit einer Partei verwandt oder würden sich bei wahrer Aussage selbst belasten. Sie müssen wahrheitsgemäß antworten – nichts hinzufügen, aber auch nichts weglassen. Eine Falschaussage ist auch vor dem Arbeitsgericht strafbar.

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