Vielleicht erinnern Sie sich noch? In der November-Ausgabe 2023 hatte ich Ihnen die Cool-out-Theorie der Pflegewissenschaftlerin Prof. Dr. Karin Kersting vorgestellt. Ganz kurz noch einmal eine inhaltliche Zusammenfassung, worum es dabei geht: Seit Mitte der 1990er-Jahre wurde in den Cool-out-Studien untersucht, wie professionell Pflegende den Spagat zwischen Anspruch und Wirklichkeit aushalten.
Auf der einen Seite steht dabei, dass man so pflegen möchte, wie man es in der Schule gelernt hat und wie es die eigene innere ethische Haltung vorgibt. Auf der anderen Seite kollidieren diese Ambitionen tagtäglich mit der Realität von z. B. zu wenig Pflegepersonal, Zeitdruck und Sparmaßnahmen.
In der Folge kann kaum eine Pflegefachkraft so arbeiten, wie sie es möchte. Wie gehen wir und unsere Fachkraft-Kollegen damit um? Wie können wir den Konflikt zwischen Anspruch und Wirklichkeit aushalten und trotzdem weitermachen? Die Konsequenz, die sich in den Studien herausgestellt hat, laut in der Cool-out-Theorie: Wir lernen, uns „kalt“ zu machen, d. h. die Bedingungen des Arbeitsalltags hinzunehmen und trotzdem unsere Pflegekunden so gut wie möglich zu versorgen.
Ein wichtiges Thema für Azubis
Im letzten Artikel zum Thema „Cool-out“ hatte ich Ihnen vorgestellt, wie Sie diese Problemstellung im Rahmen von Praxisanleitung mit Ihren Auszubildenden thematisieren können, denn ich finde: Nicht nur rein fachliche Themen sollten von uns Ausbildern in der Praxis aufgegriffen werden, sondern auch solche berufspolitischen Ansätze und Modelle.

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