Dürfen Sie als Pflegekraft Insulininjektionen – ob mit oder ohne PEN – verabreichen? Dann dürfen Sie diese Tätigkeit nicht auf die leichte Schulter nehmen, denn die Insulininjektion ist durchaus kein Kinderspiel. Wichtig ist, dass Sie einige Aspekte beachten, damit eine optimale Wirkung des gespritzten Insulins gewährleistet ist. Machen Sie bei der Injektionstechnik nicht alles richtig, kann es bei Ihrem Pflegekunden zu starken Blutzuckerschwankungen oder zu extrem niedrigen oder hohen BZ-Werten kommen, die für Ihren Pflegekunden lebensgefährlich sein können. Beachten Sie daher den folgenden Beitrag.
Die richtige Nadellänge
Natürlich hat Sie eine Pflegefachkraft, bevor Sie Insulin verabreichen durften, gut geschult und Ihnen gezeigt, dass Insulin subkutan, d. h. ins Unterhautfettgewebe, gespritzt wird. Doch bis heute glauben einige Pflegekräfte immer noch, dass bei übergewichtigen oder adipösen Patienten eine lange Injektionsnadel verwendet werden müsse und eine kurze Nadel bei normalgewichtigen Menschen. Dies stimmt so aber nicht. Denn die Hautdicke ist bei den meisten Menschen ähnlich und beträgt etwa 2 mm. Selbst bei adipösen Patienten ist die Hautdicke nur geringfügig höher als bei Normalgewichtigen. Kürzere Nadeln unterscheiden sich hinsichtlich der Wirksamkeit, Sicherheit und Verträglichkeit auch bei übergewichtigen und adipösen Patienten nicht von den längeren Nadeln.
Wenn die Nadel zu lang oder zu kurz ist
Wenn eine zu lange Injektionsnadel verwendet wird, besteht die Gefahr einer intramuskulären Injektion. Versehentliche Injektionen in den Muskel können schwankende Blutzuckerwerte und ein erhöhtes Risiko für schwere Unterzuckerungen (Hypoglykämien) zur Folge haben. Bei der Wahl einer zu kurzen Nadel wäre es denkbar, dass das Insulin in die Haut gespritzt wird, also intradermal. Mögliche Folgen wären vermehrte Schmerzen und ein Rückfluss aus der Eintrittsstelle, was zu einer Überzuckerung führen kann, da zu wenig Insulin aufgenommen wird.
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