Frage: „Unsere Qualitätsbeauftragte hat mich letzte Woche gefragt, ob es Sinn macht, dass das Miktionsprotokoll weiterhin als Vorlage bei uns im Ordner ist: ob wir das jemals in der Praxis nutzen? Ich habe es noch nie in der Anwendung gesehen, wie denken Sie darüber?“
Antwort: Ich empfehle Ihrer QB, das Protokoll zu archivieren. Tatsächlich wird der Einsatz von Miktionsprotokollen im Expertenstandard „Förderung der Kontinenz in der Pflege“ im Bedarfsfall immer noch empfohlen, aber mir geht es genauso wie Ihnen: Ich erlebe es nirgends in der Praxis, dass das tatsächlich noch umgesetzt wird.
Die Aussagekraft ist auch recht strittig, denn das Ergebnis wird nie zu 100% stimmen; wenn der zu Pflegende z. B. auf dem Weg zur Toilette ein paar Tröpfen Urin verliert, die in die Einlage gehen, dann fehlen diese schon in der Auswertung und verfälschen das Ergebnis. Wir können uns auch daran orientieren: Alles, was in der Praxis durchfällt, hat seine spezifischen Gründe dafür. Wir Pflegefachkräfte nutzen das, was uns sinnvoll erscheint und wirklich etwas bringt.
Was permanent nicht genutzt wird, hat dann auch irgendwann keine Daseinsberechtigung mehr. Deshalb Mut zur Lücke: Ab ins Archiv mit dem Protokoll. Sollte es tatsächlich mal jemand vermissen, findet er es dort.
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