Leserfrage

Ist es okay, „Schüler“ zu sagen?

„In unserem Praxisanleiter-Team herrscht über die Sprachregelung Uneinigkeit. Manche Kollegen bestehen fest darauf, dass wir alle immer ‚Auszubildende‘ sagen. Sie sind der Meinung, das Wort ‚Schüler‘ passt nicht mehr, wenn […]

Nicole Ott

22.01.2025 · 1 Min Lesezeit

„In unserem Praxisanleiter-Team herrscht über die Sprachregelung Uneinigkeit. Manche Kollegen bestehen fest darauf, dass wir alle immer ‚Auszubildende‘ sagen. Sie sind der Meinung, das Wort ‚Schüler‘ passt nicht mehr, wenn jemand eine Ausbildung macht. Ich persönlich weiß nicht, was ich davon halten soll. Gibt es denn offizielle Vorgaben oder kommt es auf die Vorliebe jedes einzelnen Ausbilders an? Übrigens sprechen auch die Lehrkräfte unserer kooperierenden Pflegefachschulen öfter von ‚Schülern‘, wenn wir z. B. Termine abstimmen.“

Meine Antwort: Eine interessante Frage! Während es früher noch gang und gäbe war, dass unsere Azubis als Lernschwester oder Lernpfleger bezeichnet wurden (und sich z. B. gegenüber den Pflegekunden auch selbst so vorgestellt haben), sind heute die beiden Bezeichnungen am gebräuchlichsten, die Sie nennen, nämlich Auszubildender oder Schüler.

Den Begriff „Schüler“ verbindet man automatisch etwas mehr mit dem Lernort Schule – ganz gleich, ob es sich um Schüler einer allgemeinbildenden Schule handelt oder um Schüler einer Pflegefachschule. Deswegen finde ich es durchaus legitim, wenn Lehrkräfte Ihnen gegenüber von Schülern sprechen. Mit dem Begriff „Auszubildender“ verbindet man eher den praktischen Teil einer Ausbildung. Stellt sich einer Ihrer Azubis im Team z. B. mit den Worten ‚Ich bin der neue Schüler‘ vor, ist für die Kollegen auf den 1. Blick nicht erkennbar, ob sie es nun mit einem Schülerpraktikanten oder einem richtigen Azubi zu tun haben. Auch im Pflegeberufegesetz sowie der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung wird durchweg von Auszubildenden gesprochen.

Es gibt generell bezüglich der Sprachregelung keine festen Vorgaben. Ich persönlich finde es angemessen, wenn im Team und auch gegenüber Dritten von „Auszubildenden“ gesprochen wird, denn das ist die korrekte Tatsachenbeschreibung. Vielleicht können Sie sich im Rahmen der nächsten Teamsitzung alle noch einmal dazu abstimmen?

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