Was halten Sie von dem Spruch „Keep it easy, keep it simple“, den ich neulich in einem QM-Fachbuch gelesen habe? Ich finde ihn ganz wunderbar, denn er beschreibt wirklich auf den Punkt, worum es beim Qualitätsmanagement wirklich gehen sollte – nämlich die Dinge einfach, leicht und unkompliziert zu halten. Ist das nicht auch ein prima Ansatz für uns Praxisanleiter? An den Satz musste ich auch denken, als ich gestern das Gespräch zwischen einer Einrichtungsleitung und einer Ausbildungsbeauftragten mitbekommen habe. Die Ausbildungsbeauftragte meinte: „Meine Praxisanleiterin Raymonda ist in der Praxis einfach klasse! Sie kommt mit allen Azubis gut zurecht, kann super erklären und weiß nach so vielen Jahren genau, worauf es in der Anleitung ankommt! Aber seit der Generalistik kommt sie nur schwer mit dem ganzen Papierkram zurecht: Beurteilungen anhand von Kompetenzbereichen ausfüllen? Damit tut sie sich merklich schwer, und Aufgaben wie z. B. den betrieblichen Ausbildungsplan schreiben, kann ich ihr schon gar nicht geben.“
Hauptziel: Nicht überfrachten
Ist das nicht irgendwie traurig? Eine langjährig erfahrene Kollegin, die in der Praxis hervorragend arbeitet und den Auszubildenden richtig viel beibringen kann, hat auf einmal Probleme bei ihrer Arbeit, weil die strukturellen und organisatorischen Dinge in den letzten Jahren so aufgebläht wurden, dass mancher da nicht mehr mitkommt. Das kann es nicht sein, oder? Ich glaube, wir sind gerade in ganz vielen Bereichen an dem Punkt angelangt, an dem wir uns fragen müssen, ob wir so weitermachen können. In Zeiten immer knapper werdender personeller und zeitlicher Ressourcen sollten wir uns bei jedem Prozess fragen: Geht das Ganze nicht auch schlanker und effektiver? Was sollte wirklich im Mittelpunkt stehen (z. B. unsere direkte Anleitung) und was sind unsere unnötigen Zeiträuber, die wir verändern und vor allem straffen müssen? Um das herauszufinden, beurteilen Sie mit Ihren Kollegen Ihre Prozesse in den folgenden 3 Schritten:
Schritt 1: Das gemeinsame Brainstorming
Ihre Kollegen und Sie sind diejenigen, die jeden Tag in der Ausbildungsbetreuung unterwegs sind. Dementsprechend können Sie auch am besten einschätzen, welche Aufgaben einfach weggelassen werden können. Setzen Sie sich alle zusammen und sammeln Sie auf einem Flipchart Ideen dazu.

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