Für unsere Klienten bilden das Wohn und Teilhabegesetz sowie die bundeseinheitlichen Empfehlungen des Qualitätsausschusses Pflege die verbindliche Grundlage für ein sicheres Hitzemanagement. Gleichzeitig ist der Schutz Ihrer Mitarbeitenden eine Anforderung des Arbeitsschutzgesetzes. Als Leitung oder QMB sollten Sie sicherstellen, dass die Belastungen für das Personal auch bei „schwierigen“ Wetterlagen beherrschbar bleiben. Eine wichtige Rolle hierbei spielt die tätigkeitsbezogene Gefährdungsbeurteilung. Sie hilft Ihnen, Risiken zu identifizieren, bevor die erste Hitzewelle des Jahres rollt.
Ein kurzes Fallbeispiel aus der ambulanten Praxis: Pflegefachkraft Thomas ist im Spätdienst bei 32 Grad Außentemperatur unterwegs. Sein Dienstwagen stand 2 Stunden in der prallen Sonne; die Innentemperatur beträgt beim Einsteigen fast 55 Grad. Während der Fahrt zur nächsten Klientin, bei der er eine komplexe Wundversorgung durchführen muss, bemerkt er Kopfschmerzen und Konzentrationsstörungen. Bei der Ankunft ist er so erschöpft, dass er eine Verwechslung bei den Verbandsmaterialien nur im letzten Augenblick bemerkt. Hier zeigt sich: Ohne Klimamanagement für den Fuhrpark gefährdet die Hitze nicht nur die Gesundheit von Thomas, sondern direkt die Patientensicherheit.
Um solche Situationen zu vermeiden, müssen Sie Hitze als physikalische Gefährdung in Ihre bestehenden Beurteilungen integrieren. Ergänzen Sie Ihre Beurteilungen um folgende spezifische Bereiche und nehmen Sie Anregungen für mögliche Maßnahmen mit.
Zusätzliche strategische Maßnahmen
- Trink-Infrastruktur für Mitarbeitende
- Es reicht nicht aus, Wasser anzubieten. Etablieren Sie „Trink-Inseln“ in kühlen Räumen (z. B. klimatisiertem Pausenraum).
- Stellen Sie elektrolythaltige Getränke (stilles Mineralwasser, ungesüßte Tees) kostenlos zur Verfügung.
- Stellen Sie wasserreiches Obst oder Joghurt im Pausenraum bereit.
- Lockerung der Kleiderordnung
- Prüfen Sie, ob während Hitzewellen auf geschlossene Kasacks verzichtet werden kann (z. B. Baumwoll-T-Shirts statt Mischgewebe)
- Wichtig: Trotz Hitze muss das Schuhwerk sicher und geschlossen sein.
- Identifizieren Sie Mitarbeitende mit besonderen Risiken (Schwangere, Asthmatiker, Kollegen über 60). Diese sollten während extremer Hitze keinen schweren körperlichen Belastungen nachgehen.
- Statten Sie ambulante Teams mit Kühlwesten oder speziellen Nackenkühlschals aus. Diese halten die Körperkerntemperatur stabil.
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