Fällt ein Mitarbeiter sehr lange aus, durchläuft die Absicherung mehrere Phasen. Endet das Krankengeld nach 78 Wochen, spricht man von „Aussteuerung“ – mit wichtigen Folgen für Sie.
Was die Aussteuerung bedeutet
Die Aussteuerung beendet das Krankengeld – aber nicht automatisch das Arbeitsverhältnis. Dieses besteht fort, bis es z. B. durch Erwerbsminderungsrente, Aufhebungsvertrag oder Kündigung endet. Die Krankenkasse informiert den Mitarbeiter rund 2 Monate vorher. Betroffene sollten rechtzeitig Erwerbsminderungsrente beantragen; ist darüber noch nicht entschieden, kommt Arbeitslosengeld bei Arbeitsunfähigkeit in Betracht (Nahtlosigkeit, § 145 Sozialgesetzbuch (SGB) III).
Praxis-Tipp: Kontakt halten
Halten Sie auch während einer Langzeiterkrankung wertschätzend Kontakt. Ein einfühlsames Fürsorge bzw. Rückkehrgespräch erleichtert die Wiedereingliederung und ist gerade im Fachkräftemangel oft der beste Weg, einen erfahrenen Mitarbeiter zu halten, wenn er vielleicht doch wieder arbeiten kann.
Wann eine Kündigung möglich ist
Eine krankheitsbedingte Kündigung wegen Langzeiterkrankung kommt in Betracht, wenn die Genesung auf absehbare Zeit – in der Regel binnen 24 Monaten – nicht zu erwarten ist. Auch hier sind eine negative Gesundheitsprognose, eine erhebliche betriebliche Beeinträchtigung und ein durchgeführtes Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) erforderlich. Vergessen Sie Ihre Meldepflichten nicht!
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