Frage: „Normalerweise wird unsere Einrichtung einmal jährlich von unserem übergeordneten Träger auditiert. Mitarbeiter des Qualitätsmanagements kommen dann aus der Zentrale und prüfen bei uns alles auf Herz und Nieren. Dieses Jahr soll das Ganze aber anders ablaufen: Alle Bereichsleitungen wurden letzte Woche aufgefordert, eine pflegefachliche Selbstbewertung des eigenen Wohnbereichs durchzuführen. Dafür haben wir einen Fragenkatalog bekommen, den wir jetzt ausfüllen sollen. Macht das überhaupt Sinn?“ (Kathrin P., Groß-Gerau)
Antwort: Ich finde das eine wunderbare Idee! Denn wenn wir mal ehrlich sind: Sie als erfahrene Bereichsleitung wissen doch ganz genau, wo der Schuh drückt. Sie sind natürlich in der Lage, die positiven Aspekte des eigenen Wohnbereichs und auch der eigenen Pflegequalität zu dokumentieren, genauso wissen Sie aber auch, wo eigentlich Handlungsbedarf besteht.
Eine solche Selbstbewertung mag am Anfang aufwendig erscheinen und von manchen Kollegen infrage gestellt werden, aber im Grunde würdigt Ihr Träger damit doch vor allem Ihre Expertise! Nicht alle guten Ideen, die Sie im Alltag haben, können Sie immer durchsetzen, und nicht alle Missstände, die Sie sehen, können immer sofort beseitigt werden. Eine strukturierte Analyse im Rahmen einer Selbstbewertung kann dabei helfen. Seien Sie dabei ehrlich und beschönigen Sie nichts: Ihre Erfolge und Ihre gute Qualität können Sie ruhig selbstbewusst darstellen. Alles, was nicht so gut gelaufen ist und in Zukunft besser werden muss, sollten Sie ebenso transparent dokumentieren. Ich drücke die Daumen, dass Ihr Träger dann mit den Ergebnissen auch wirklich arbeitet.
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