Ich bin Wohnbereichsleitung in einer Pflegeeinrichtung mit insgesamt 112 Bewohnern. Mein Wohnbereich hat insgesamt 30 Bewohner. Ich würde mich gern beruflich weiterentwickeln und mich auf eine Stelle als PDL bewerben, allerdings schreckt mich ab, dass unsere PDL viele bürokratische Aufgaben übernimmt und deswegen oft 10-Stunden-Tage hat. So macht sie z. B. alle Pflegevisiten für alle Bewohner. Das ist ein riesiger Aufwand, da sie fast täglich mit der Durchführung von Pflegevisiten zu tun hat. Muss das eine PDL tatsächlich machen? TOM R., HAMBURG
REDAKTION
Sie beschreiben eine Situation, die ich immer wieder erlebe. Viele Pflegedienstleitungen übernehmen Aufgaben, die sie problemlos auch delegieren könnten. Dazu gehört auch die Durchführung von Pflegevisiten. Grundsätzlich ist es so, dass Pflegevisiten gar nicht vorgeschrieben sind – allerdings sind sie ein gutes Instrument, um die Pflegequalität zu überprüfen. Wie umfangreich und in welcher Taktung Pflegevisiten erfolgen sollen, liegt aber in der Entscheidung Ihrer PDL. Außerdem kann sie natürlich ohne Probleme die Durchführung von Pflegevisiten z. B. an Sie als Wohnbereichsleitung delegieren. Ich rate stets dazu, dass die PDL überwacht, dass Pflegevisiten umgesetzt werden – und selbst nur punktuell selbst Pflegevisiten übernimmt. Wenn sie z. B. pro Monat 2 Pflegevisiten begleitet, hat sie einen guten Eindruck über die Pflegequalität und das Fachwissen der Mitarbeiter. Außerdem sollte sie sich über alle Visitenergebnisse zusammengefasst informieren lassen. Auf Basis dieser Informationen kann sie dann weitere erforderliche Maßnahmen einleiten (wie z. B. Schulungen).
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