MITARBEITER: FÜHRUNG &

MEDIKAMENTENGABE IM ALTER: KENNEN SIE DIE PRISCUS-LISTE?

Ältere Menschen erhalten deutlich mehr Medikamente als jüngere. Das Problem: Wirkungen und Nebenwirkungen von Medikamenten sind altersabhängig. Das wird bei der Therapie leider oft vernachlässigt. Schützen Sie mithilfe unserer Übersicht […]

Marcel Faißt

16.01.2025 · 5 Min Lesezeit

Ältere Menschen erhalten deutlich mehr Medikamente als jüngere. Das Problem: Wirkungen und Nebenwirkungen von Medikamenten sind altersabhängig. Das wird bei der Therapie leider oft vernachlässigt. Schützen Sie mithilfe unserer Übersicht Ihre Bewohner.

Bei älteren Menschen nehmen chronische Erkrankungen zu. Deshalb bekommen sie auch mehr Medikamente als jüngere. Ich bin immer wieder erstaunt, wenn ich sehe, dass quasi kein Bewohner „keine Medikamente“ nimmt. Ganz im Gegenteil: In der Regel sind die Medikamentenschränke in den Dienstzimmern rappelvoll. Und die Medikamentengabe zu den Hauptmahlzeiten durch die Pflegefachkräfte nimmt nicht selten eine halbe Stunde Zeit je „Verteilrunde“ ein.

WERDEN ZU VIELE MEDIKAMENTE VERABREICHT?

Leider ist es oft so, dass die Einrichtungen aufgrund der Vielzahl an verabreichten Medikamenten – meiner Meinung nach vollkommen ungerechtfertigt – in der Kritik stehen. Ich selbst bin nun seit 25 Jahren in unterschiedlichen Bereichen in der Altenpflege tätig. Und ich habe dabei noch nie erlebt, dass „die Pflege“ Druck auf einen Hausarzt ausgeübt hat, dass er ein bestimmtes Medikament verordnen soll. Ganz im Gegenteil: Oftmals ist es so, dass die Pflege auf den Arzt einwirkt, damit die Fülle an Medikamenten auf ein „gesundes Maß“ zurechtgestutzt wird. Und zwar ganz im Sinne des Bewohners und dessen Gesundheit. Wenn Sie deswegen mit der Kritik konfrontiert werden, dass in Ihrem Haus ja alle Bewohner medikamentös ruhiggestellt werden, begegnen Sie ihr mit der grundsätzlichen Information, dass für die Medikamentenverordnung zunächst der Hausarzt zuständig ist. Und zweitens verweisen Sie darauf, dass Ihre Mitarbeiter geschult darin sind, welche Medikamente miteinander kombiniert werden können – und welche nicht. Ergänzen Sie, dass Ihre Mitarbeiter durchaus das Know-how haben, dem behandelnden Arzt auch alternative Therapiemöglichkeiten aufzuzeigen. Das setzt allerdings voraus, dass Ihre Mitarbeiter Kenntnisse darüber haben, welche Medikamente im Alter eingesetzt werden können und welche eher nicht. Dabei hilft Ihren Mitarbeitern die sogenannte PRISCUS-Liste, die wir Ihnen im Folgenden vorstellen.

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