Als erfahrene Pflegefachkraft wissen Sie, dass es nicht sinnvoll ist, mit einem kognitiv eingeschränkten Pflegekunden zu diskutieren. Gerade im sensiblen Bereich der Mundpflege gilt es, feinfühlig zu agieren. Ihre Mimik und Gestik sind dafür entscheidende Werkzeuge.
Praxisbeispiel: „Nein, Frau Hofmeister, Sie haben Ihre Zähne noch nicht geputzt!“, hat meine Pflegehelferin Galina am Dienstag zu unserer Pflegekundin gesagt. „Ich weiß das ganz sicher! Bitte geben Sie mir jetzt Ihr Gebiss, damit ich es sauber machen kann!“
Sie können sich bestimmt lebhaft vorstellen, wie das Bild dazu aussah: Galina rechthaberisch und (gefühlt) immer größer werdend und immer näher an unsere Frau Hofmeister heranrückend, die Pflegekundin immer abwehrender und aggressiver.
Für einen außenstehenden Fachkraftprofi ist gleich klar, was hier alles falsch läuft: Statt auf der eigenen Realität zu bestehen, hätte Galina lieber anders kommunizieren sollen, nämlich
- Frau Hofmeister dort abholen, wo sie sich gerade befindet: Wenn sie im Glauben ist, dass sie ihre Mundpflege schon durchgeführt hat, sollte man mit ihr nicht darüber diskutieren. „Ah, Sie haben Ihre Zähne schon geputzt – prima. Jetzt nach dem Essen können Sie Ihren Mund noch einmal ausspülen, damit Sie sich wohler fühlen. Gehen wir dazu in Ihr Badezimmer?“, wären z. B. die besseren Sätze gewesen;
- ruhig kommunizieren und
- vor allem die eigene Mimik und Gestik zielgerichtet einsetzen. Statt für die Pflegekundin fast schon bedrohlich zu wirken, gilt es gerade für kognitiv eingeschränkte zu Pflegende, eine Wohlfühlatmosphäre zu schaffen.
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