Stürze und Sturzprophylaxe bei Menschen mit Demenz

Mit diesem Protokoll-Check dokumentieren Sie alles richtig nach einem Sturz

Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen und Begleitung kann es zu einem Sturz kommen. Besonnenes, aber strukturiertes Vorgehen durch Sie als Pflegefachperson ist dann besonders wichtig. Denn es vermeidet nicht nur, dass sich […]

Jochen Gust

29.09.2025 · 3 Min Lesezeit

Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen und Begleitung kann es zu einem Sturz kommen. Besonnenes, aber strukturiertes Vorgehen durch Sie als Pflegefachperson ist dann besonders wichtig. Denn es vermeidet nicht nur, dass sich vorhandene Verletzungen durch falsches Handeln verschlimmern, es sorgt auch dafür, dass ggf. weitere notwendige medizinische Versorgung umgehend sichergestellt wird und eine sinnvolle Dokumentation des Ereignisses stattfindet.

Demenz bringt für Sie auch beim Sturz besondere Herausforderungen

Anders als Menschen ohne kognitive Einschränkungen können Menschen mit Demenz häufig nicht nur keine konkreten Angaben zum Geschehen machen. Auch äußern sie ggf. keine Schmerzen oder können diese nicht lokalisieren. Das macht die Einschätzung über den Verletzungsgrad für Sie zu einer Herausforderung. Eine entsprechende Evaluation im Nachgang zu den Sofortmaßnahmen ist daher von großer Bedeutung.

Sofortmaßnahmen am Unfallort

  1. Ruhe bewahren – auch nonverbal: Menschen mit Demenz nehmen Stimmungen oft intuitiv wahr. Panik oder Hektik kann zusätzliche Angst auslösen.
  2. Situation einschätzen: Nicht sofort aufheben oder bewegen! Zunächst müssen Sie prüfen, ob und welche Verletzungen vorliegen. Sichtbare Verletzungen beurteilen: Blutungen, Schwellungen, Fehlstellungen?
  3. Vitalzeichen kontrollieren: Bewusstlosigkeit, Atmung, Puls? Ansprechbarkeit prüfen – orientiert an der individuellen Baseline: Ist die Person verwirrter als sonst? Erkennt sie Sie, sofern ihr das zuvor noch möglich war? Versteht sie einfache Fragen?
  4. Keine vorschnellen Aussagen machen: z. B. „Es ist alles gut“ – das kann Misstrauen wecken, wenn Schmerzen bestehen. Erklärende Kommunikation auf dem individuellen kognitiven Niveau: z. B. einfache Sätze, ruhiger Ton, Blickkontakt.
  5. Schmerzen erkennen: Menschen mit Demenz können Schmerzen oft nicht benennen.

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