Erfolgreiche Kommunikation mit Pflegekunden und Angehörigen

Mit diesen Tipps beraten Sie die Angehörigen ganz gezielt

In letzter Zeit fällt mir immer häufiger auf: Die Angehörigen unserer Pflegekunden haben es zunehmend schwerer. Sie müssen mit den Krankenkassen um fast jede Bewilligung kämpfen und sich immer öfter […]

Nicole Ott

25.03.2026 · 5 Min Lesezeit

In letzter Zeit fällt mir immer häufiger auf: Die Angehörigen unserer Pflegekunden haben es zunehmend schwerer. Sie müssen mit den Krankenkassen um fast jede Bewilligung kämpfen und sich immer öfter auch in den Krankenhäusern behaupten. Stehen Sie den Bezugspersonen mit Ihrer Beratung deshalb gezielt zur Seite.

Praxisbeispiel: „Ich muss Ihnen jetzt mal erzählen, was ich gestern am Telefon mitgemacht habe“, hat mir die Tochter unserer Pflegekundin Frau Saroukh am Mittwoch aufgeregt gesagt. „Fast eine halbe Stunde habe ich mit einer total unfreundlichen Sachbearbeiterin bei der Krankenkasse gesprochen. Sie war partout der Meinung, meine Mutter bräuchte bei ihren Diagnosen keinen Rollstuhl und hätte auch keinen Anspruch darauf! Dabei habe ich doch die ärztliche Verordnung dazu! So was Unverschämtes habe ich schon lange nicht mehr erlebt! Für was hat meine Mutter eigentlich 50 Jahre lang Beiträge bezahlt, wenn jetzt so mit ihr umgegangen wird?“

Ich konnte der Tochter so gut nachfühlen. Auch meine Kollegen und ich erleben immer öfter, dass die Mitarbeiter der Krankenkassen gefühlt nur noch auf Ablehnung programmiert sind. Rufen wir an, um z. B. den aktuellen Bearbeitungsstand eines Höhergraduierungsantrags zu erfragen, weiß der Sachbearbeiter zuerst einmal nichts von dem Vorgang. Wenn wir dann hartnäckig bleiben, findet er auf einmal in der digitalen Ablage des Pflegekunden doch etwas, aber der Antrag wurde in 80 % der Fälle nicht weitergeleitet, sondern ist irgendwo im System hängen geblieben.

Ich finde die Situation gerade ganz schlimm, denn man hat das Gefühl: So richtig fühlt sich niemand mehr für irgendetwas zuständig und Verantwortung für den hilfebedürftigen Menschen, um den es geht, scheint immer mehr ein Fremdwort zu sein. Laien wie die Angehörigen unserer zu Pflegenden haben es dann noch eine Schippe schwerer als wir. Sie brauchen in diesen herausfordernden Kommunikationssituationen unbedingt unsere Unterstützung und unseren Rat.

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