Es ist ein Dauerthema: Zahn- und Mundhygiene mit Menschen mit Demenz angemessen durchzuführen und sicherzustellen, kostet Zeit und oft Nerven. Viele Betroffene mit fortgeschrittener Erkrankung sind unkooperativ, wenn es um das Zähneputzen geht. Manche Pflegende neigen daher dazu, diesen aufwendigen und unangenehmen Akt auszusparen oder nehmen jede Ablehnung der Mundhygiene dankbar auf, weil das Zeit spart. Das ist jedoch mit erheblichen Risiken verbunden – und manchmal helfen einfache Maßnahmen, um zum Erfolg zu kommen.
BEISPIEL : Herr R. beißt zu
Karl R. lebt seit mehr als 4 Jahren im Pflegeheim. Seine Demenz ist entsprechend fortgeschritten und er benötigt bei der täglichen Versorgung und allen Aufgaben Unterstützung. Herr R. ist nicht zahnprothetisch versorgt und hat sich lange mittels elektrischer Zahnbürste selbst die Zähne geputzt, wenn ihm hierfür alles bereitgelegt wurde und die Aufforderung durch die Pflege erfolgte. Seit neuestem muss das Zähneputzen jedoch übernommen werden – und gelingt schlecht. Zwar reagiert Herr R. nicht weiter gereizt, jedoch beißt er auf die Zahnbürste und hält sie auf diese Weise so fest, dass kein Zähneputzen möglich ist.
Darum dürften Sie auf Zahnund Mundhygiene nicht einfach verzichten
Heute bleiben eigene Zähne länger erhalten, als dies früher der Fall war. Das liegt natürlich an den Fortschritten der Zahnmedizin, aber auch daran, dass die meisten Deutschen sich regelmäßig um ihre Zähne kümmern. Befragungen zur Folge putzen sich mehr als 70 % mindestens zweimal am Tag die Zähne. Das ist klug und wichtig, denn fehlende oder mangelhafte Zahn- und Mundhygiene hat Folgen:
- Entzündungen des Zahnbetts (Parodontitis), die oft schmerzlos verläuft, aber letztlich zum Totalverlust des Zahns führen kann.
- Karies zerstört Zahnartgewebe und Zahnschmelz.
- Die für Karies und Parodontitis verantwortlichen Bakterien können sich auch im Körper ausbreiten und Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen verschlimmern.
- Zahnschmerzen führen häufig zu einem veränderten Ess- und Trinkverhalten – Mangelernährung kann die Folge sein.
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