Auf einer Station einer Langzeitpflegeeinrichtung häuften sich in diesem Jahr die Fälle von Lungenentzündungen. Es werden viele Bewohner mit fortgeschrittener Demenz dort versorgt, die zudem häufig mobilitätseingeschränkt sind. Bei einer Auswertung zeigt sich: Es handelt sich häufig um Aspirationspneumonien, mit denen die Bewohner und das Pflegeteam zu kämpfen haben. Wissensauffrischung und ein Bündel an Maßnahmen halfen, die Rate an Aspirationspneumonien zu senken. Mit den Informationen in diesem Artikel gelingt Ihnen das auch.
Aspirationspneumonien – ein Zeichen für schlechte Pflege?
Einzelne Aspirationspneumonien sind kein Beweis für schlechte Pflege. Sie treten in Zusammenhang mit Demenzerkrankungen auf – auch bei bester Versorgung. Häufungen oder Muster (z. B. viele Bewohner/Patienten mit wiederkehrenden Pneumonien, immer wieder gleiche Abläufe) sollten jedoch Anlass sein, die eigenen Maßnahmen und das eigene Handeln kritisch zu hinterfragen. Das Risiko, eine Aspirationspneumonie zu erleiden, steigt kontinuierlich mit dem Fortschreiten der Demenz an. Studien zeigen, dass Pneumonien – und darin vor allem Aspirationspneumonien – eine der häufigsten unmittelbaren Todesursachen bei fortgeschrittener Demenz sind.
Aspirationspneumonien sind die Folge eines Prozesses
Eine Aspirationspneumonie entsteht nicht plötzlich, sondern ist das Ergebnis mehrerer aufeinanderfolgender Prozesse. Im Zentrum steht eine Schluckstörung, wie sie bei Menschen mit Demenz sehr häufig vorkommt. Dadurch gelangen Speichel oder Nahrungsreste in die unteren Atemwege. Wenn gleichzeitig die natürlichen Schutzreflexe wie Husten oder die Sensibilität des Kehlkopfes geschwächt sind, bleibt das Verschlucken oft unbemerkt. Kleinste Mengen von Sekreten oder Keimen können dann in die Lunge gelangen und dort eine Entzündung auslösen.
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