QM-Methoden

Mit einem internen Audit verbessern Sie Ihr Schmerzmanagement

Seit Jahren ist einer der häufigsten Gründe für negative Bewertungen bei Überprüfungen durch den Medizinischen Dienst ein nicht angemessener Umgang mit Schmerzrisiken der Pflegekunden. Eine negative Bewertung in der Prüfung […]

Sandra Herrgesell

14.04.2025 · 3 Min Lesezeit

Seit Jahren ist einer der häufigsten Gründe für negative Bewertungen bei Überprüfungen durch den Medizinischen Dienst ein nicht angemessener Umgang mit Schmerzrisiken der Pflegekunden. Eine negative Bewertung in der Prüfung ist das Eine – wenn Ihr Pflegekunde in der Praxis dennoch z. B. seine Bedarfsmedikamente erhält und keine Schmerzen erleiden muss. Oft ist es jedoch auch so, dass die Wichtigkeit des Themas nicht erkannt ist, in der Folge haben Pflegekunden Schmerzen. Die Generation, die wir pflegen, beißt auch gerne die Zähne zusammen.

Schmerzen jedoch können Folgeerscheinungen haben: Depressionen, sozialer Rückzug, mangelnde Mobilität und daraus resultierende weitere pflegerische Risiken. Niemand sollte Schmerzen haben müssen in der heutigen Zeit. Es ist daher aus meiner Sicht richtig, den Prozess zum Umgang mit Schmerzen hinsichtlich seiner Wirksamkeit zu überprüfen. Nutzen Sie ein internes Audit.

Muster: Audit-Checkliste zum Umgang mit Schmerzen (Auszug)

AuditfrageJa
Strukturqualität (Dokumentenprüfung)
Sie haben eine Verfahrensanweisung zum Schmerzmanagement auf der Basis des Expertenstandards in seiner aktuell gültigen Fassung. Diese enthält:

eine Benennung der Einschätzungsinstrumente, die Sie anwenden (für orientierte und kognitiv eingeschränkte Pflegekunden)einen Hinweis darauf, dass alle Pflegekunden zu Beginn der Versorgung ein initiales Schmerzassessment und ggf. weitere Einschätzung erhalten eine Unterscheidung und Erläuterung der Begriffe „chronisch“ und „akut“

eine Unterscheidung und Erläuterung der Begriffe „stabile“ und „instabile“ Schmerzen Aussagen zu den nicht medikamentösen Maßnahmen, die Sie zur Schmerztherapie anwenden

Aussagen darüber, dass Sie schmerzmittelbedingte Nebenwirkungen erfassen, dokumentieren und in Absprache mit den Hausärzten behandeln

Aussagen zur interdisziplinären Zusammenarbeit, z. B. mit den Hausärzten

Aussagen zur den Beratungs- und Informationsleistungen, die Sie für Betroffene und Angehörige anbieten
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Verantwortungen und Befugnisse sind klar definiert (z. B. Schmerzbeauftragte, Pflegefachkräfte mit Zusatzqualifikation).o
Sie halten Fachliteratur zum Schmerzmanagement vor, die auch Literatur zu nicht medikamentösen Maßnahmen enthält.o
Alle Pflegefachkräfte und Pflegehilfskräfte sind hinsichtlich des Einsatzes nicht medikamentöser Maßnahmen geschult.o
Ihr Fortbildungsplan sieht vor, Mitarbeitende regelmäßig (empfehlenswert ist jährlich) im Schmerzmanagement zu schulen.o
Prozessqualität und Ergebnisqualität (in Stichproben über die Pflegedokumentation zu ermitteln)
Initiale Risikoeinschätzungen berücksichtigen folgende Hinweise auf schmerzbedingte Probleme: Einnahme von Schmerzmedikamenten

Diagnosen, die Schmerzen wahrscheinlich machen

aktuelle akute Schmerzen/instabile Schmerzsituationen
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