Fallbesprechung des Monats

Mit unserer Checkliste für Medikamentensicherheit verhindern Sie Tragödie

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat 2017 aufgrund ihrer Erkenntnisse eingeschätzt, dass das Risiko für Medikationsfehler für Menschen mit Demenz bis zu fünfmal höher ist als bei gleichaltrigen Personen ohne kognitive Einschränkungen […]

Jochen Gust

29.09.2025 · 2 Min Lesezeit

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat 2017 aufgrund ihrer Erkenntnisse eingeschätzt, dass das Risiko für Medikationsfehler für Menschen mit Demenz bis zu fünfmal höher ist als bei gleichaltrigen Personen ohne kognitive Einschränkungen (WHO Global Patient Safety Challenge, 2017). In den WHO-Dokumenten wird ausdrücklich erwähnt, dass diese Risiken besonders im häuslichen Bereich ausgeprägt sein können. Sie als Pflegefachperson müssen abschätzen, wann es Zeit ist, einzugreifen.

BEISPIEL: Schlaflos in den Tod

Herr Friedrich B., 82 Jahre alt, litt an fortgeschrittener Demenz. Er lebte in einem kleinen Dorf mit seiner Tochter, die ihn zu Hause pflegte. Seit Wochen berichtete die Tochter gegenüber dem ambulanten Pflegedienst von zunehmender nächtlicher Unruhe: Herr B. stand mehrfach auf, wirkte verwirrt und rief nach seiner vor Jahren verstorbenen Frau. In der Nacht des 5. März kam es zur Katastrophe: Herr B. nahm versehentlich eine große Menge Schlaftabletten aus einer offenen Blisterpackung. Am Morgen fand ihn seine Tochter leblos im Bett. Die Obduktion ergab eine massive Überdosierung eines Schlafmittels. Eine Prellung am Hinterkopf deutete auf einen nächtlichen Sturz hin, der jedoch nicht tödlich war. Die Todesursache war eindeutig: eine unabsichtliche Medikamentenintoxikation.

Welche Maßnahmen hätten ergriffen werden müssen?

Dieser Fall zeigt, wie schnell eine Überforderungssituation in einer häuslichen Pflegekonstellation eskalieren kann – und wie wichtig es ist, dass Sie als Pflegeprofis Risiken frühzeitig erkennen und geeignete Maßnahmen einleiten.

Gefährdungspotenzial erkennen und dokumentieren

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