Bewohner & Angehörige

Mundgesundheit im Fokus: 10 Tipps für die Zahnpflege in Pflegeeinrichtungen

Die Mund und Zahnpflege ist ein zentraler Baustein der Lebensqualität und der Allgemeingesundheit von Bewohnern. Schlechte Mundhygiene führt nicht nur zu Schmerzen und Gewichtsverlust durch mangelnde Nahrungsaufnahme, sondern erhöht auch […]

Marcel Faißt

13.08.2026 · 3 Min Lesezeit

Die Mund und Zahnpflege ist ein zentraler Baustein der Lebensqualität und der Allgemeingesundheit von Bewohnern. Schlechte Mundhygiene führt nicht nur zu Schmerzen und Gewichtsverlust durch mangelnde Nahrungsaufnahme, sondern erhöht auch das Risiko für schwerwiegende Folgeerkrankungen wie Aspirationspneumonien (Lungenentzündungen durch verschluckte Keime).

Eine gelingende Mund und Zahnpflege ist deswegen essenziell. Wie es nicht sein sollte, zeigt das folgende Praxisbeispiel.

BEISPIEL: Frau Meier verweigert Mundpflege

Es ist kurz nach 7 Uhr morgens auf dem Wohnbereich. Frau Meier, eine 83-jährige Bewohnerin mit fortgeschrittener Demenz, wehrt sich vehement gegen die morgendliche Körperpflege. Als die Pflegekraft versucht, ihr die Zähne zu putzen, schlägt Frau Meier nach der Hand der Mitarbeiterin und presst die Lippen fest zusammen. Im Pflegebericht wird später vermerkt: „Bewohnerin verweigert die Zahnpflege und reagiert aggressiv.“ Was zu diesem Zeitpunkt niemand ahnt: Frau Meier leidet unter einer akuten, schmerzhaften Zahnfleischentzündung unter ihrer Prothese.

Dieses Praxisbeispiel zeigt deutlich, was im Pflegealltag schieflaufen kann, wenn die Mundgesundheit aus dem Blick gerät – Abwehrverhalten wird als „DemenzSymptom“ fehlinterpretiert, während die eigentliche Ursache im Mundraum liegt. Die folgenden 10 Tipps zeigen Pflegekräften, worauf es bei einer gelungenen Mund und Zahnpflege ankommt.

1.    Das „Warum“ hinter der Abwehr verstehen

Wenn Bewohner die Zahnpflege verweigern, ist das selten reine Willkür. Oft verbergen sich unentdeckte Schmerzen, Pilzinfektionen (Soor) oder Druckstellen durch schlecht sitzende Prothesen dahinter. Pflegekräfte müssen lernen, Abwehrverhalten als Warnsignal zu deuten, und vor dem Zähneputzen den Mundraum auf Rötungen oder Verletzungen inspizieren.

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