Die Prüfung ist vorbei, der Bericht liegt vor – und nun müssen die Ergebnisse ins Team. Gerade wenn Abweichungen festgestellt wurden, ist Fingerspitzengefühl gefragt. Wenn Sie Ergebnisse beschönigen, fehlt der notwendige Veränderungsdruck. Werden Mitarbeitende dagegen mit Fehlerlisten konfrontiert, entstehen schnell Rechtfertigung, Frust oder Schuldzuweisungen. Die bessere Haltung lautet: klar in der Sache, wertschätzend gegenüber den Menschen und konsequent bei der Verbesserung. So gehen Sie vor.
1. Beginnen Sie mit dem Gesamtbild
Starten Sie nicht sofort mit der Liste der Abweichungen. Ordnen Sie zunächst das Ergebnis ein: Was ist gut gelaufen? Wo wurde Qualität sichtbar? Und wo besteht konkreter Handlungsbedarf? Dabei gilt: Anerkennung sollte ehrlich und konkret sein. Ein pauschales „Ansonsten war alles super“ wirkt wenig glaubwürdig. So können Sie einsteigen: „Die Prüfung hat uns gezeigt, dass wir in vielen Bereichen zuverlässig arbeiten. Gleichzeitig wurden Punkte festgestellt, bei denen wir besser werden müssen. Die möchte ich heute mit Ihnen offen anschauen und gemeinsam klären, was wir verändern.“ Damit ist von Beginn an klar: Es gibt Verbesserungsbedarf – aber keine öffentliche Fehlersuche.
2. Sprechen Sie Abweichungen deutlich aus
Aus Sorge vor schlechter Stimmung werden kritische Ergebnisse manchmal weich formuliert. Das hilft niemandem. Wenn beispielsweise festgestellt wurde, dass hygienische Vorgaben nicht konsequent umgesetzt werden, sagen Sie genau das. Nicht: „Bei der Hygiene gab es ein paar Kleinigkeiten.“ Sondern: „Bei der Prüfung wurde festgestellt, dass unsere festgelegten Hygieneregeln in der Praxis nicht durchgängig umgesetzt wurden. Das müssen wir verändern.“ Besonders bei Risiken für Pflegekunden darf Klarheit nicht hinter Motivation zurückstehen. Und Wertschätzung bedeutet nicht, Probleme kleinzureden.
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