Professionelle Pflege bei Demenz

Nutzen Sie diesen Check, um im Alltag für Menschen mit Demenz etwas Normalität zurückzubringen

Das Normalitätsprinzip stellt den Menschen mit Demenz und seine individuelle Biografie in den Mittelpunkt. Es fordert Pflegeprofis dazu auf, ein Umfeld zu schaffen und einen Umgang zu pflegen, der dem […]

Jochen Gust

29.09.2025 · 4 Min Lesezeit

Das Normalitätsprinzip stellt den Menschen mit Demenz und seine individuelle Biografie in den Mittelpunkt. Es fordert Pflegeprofis dazu auf, ein Umfeld zu schaffen und einen Umgang zu pflegen, der dem Gewohnten so nahe wie möglich kommt, damit Betroffene ihre Fähigkeiten länger erhalten, sich geborgen fühlen und weniger Angst oder Aggression entwickeln. Es steht einem Umgang, der Menschen mit Demenz auf ihre Erkrankung reduziert, fundamental entgegen. Die Bedingungen, das Normalitätsprinzip umzusetzen, es zu leben, sind nicht immer eben günstig für Sie in der Pflege. Trotzdem gibt es viele Möglichkeiten, im Alltag Aspekte aufzugreifen und umzusetzen.

Normalitätsprinzip: Ein alter Gedanke mit aktueller Bedeutung

Das Normalitätsprinzip ist kein neues Konzept – doch in der Praxis wird es nicht immer konsequent gelebt. Ein Blick in seine Entstehungsgeschichte hilft Ihnen, aktuelle Konzepte besser einzuordnen und kritisch zu bewerten. Das gilt auch für Schlagzeilen oder Aussagen, die vermeintlich „revolutionäre“ Ansätze in der Demenzversorgung anpreisen.

Von Skandinavien bis Kitwood: Wo das Prinzip seinen Ursprung hat

Die Wurzeln des Normalitätsprinzips reichen bis in die 1970er-Jahre zurück. In der Behinderten- und Altenhilfe Skandinaviens vollzog sich damals ein Paradigmenwechsel: Statt Menschen mit kognitiven oder körperlichen Einschränkungen von der Gesellschaft abzuschotten, sollten sie ein Leben führen können, das ihrer bisherigen Normalität so weit wie möglich entspricht.

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