PALLIATIVPFLEGE BEI MENSCHEN MIT DEMENZ:

Orientierungshilfen für Menschen mit Demenz

Ein primäres Symptom der Demenz sind die Orientierungsstörungen. Oftmals sind sie eines der 1. Symptome einer Demenz, die auch vom sozialen Umfeld wahrgenommen werden. Entsprechende Orientierungshilfen können den Betroffenen im […]

Michaela Funk

20.12.2024 · 2 Min Lesezeit

Ein primäres Symptom der Demenz sind die Orientierungsstörungen. Oftmals sind sie eines der 1. Symptome einer Demenz, die auch vom sozialen Umfeld wahrgenommen werden. Entsprechende Orientierungshilfen können den Betroffenen im Alltag unterstützen.

Orientierungsstörungen zeigen sich in verschiedenen Formen. Je nach Form lassen sich entsprechende Hilfen zur Kompensation entwerfen. Unterscheiden Sie daher die folgenden verschiedenen Formen.

  • Orientierungsstörung zur Zeit: Der Betroffene weiß weder das genaue Datum noch das aktuelle Jahr und auch nicht die Jahreszeit.
  • Orientierungsstörung zum Ort: Menschen mit Demenz können bei dieser Störung nicht angeben, an welchem Ort sie sich befinden, z. B. in der Wohnung der Tochter.
  • Orientierungsstörung zur Person: Hier müssen 2 Unterformen unterschieden werden: Zum einen weiß der Betroffene nicht, welche Personen ihn gerade aktuell umgeben. Das kann so weit gehen, dass er seine eigenen Kinder nicht mehr erkennt. Zum anderen verliert der zu Pflegende immer mehr Erinnerungen zu seiner eigenen Person.
  • Orientierungsstörung zur Situation: Diese Orientierungsstörung tritt im Verlauf einer Demenz eher spät auf. Dem Betroffenen fehlt zunehmend die Fähigkeit, sich in der aktuellen Situation zurechtzufinden und adäquat zu verhalten, z. B. in einem Restaurant.
  • Noch bis weit in die 1990er-Jahre wurden Menschen mit Demenz bezüglich ihrer Orientierung regelrecht trainiert. Das sogenannte Realitäts-Orientierungs-Training hat bei Demenzerkrankten jedoch weniger den Effekt gehabt, dass sie sich besser orientieren konnten, als dass sie frustriert waren.
  • Setzen Sie Hilfen behutsam ein Daher sollen Orientierungshilfen behutsam und eher passiv eingesetzt werden. Bedenken Sie, dass eine Desorientiertheit beim Betroffenen nicht immer einen Leidensdruck auslösen muss. Es wird für ihn dann unangenehm, wenn er z. B. sein Zimmer oder die Toilette nicht findet.

Hingegen ist es ihm eigentlich egal, zu wissen, welches Jahr oder welche Jahreszeit wir aktuell haben. Ein Leiden beginnt dann, wenn Mitarbeiter oder Angehörige diese Angaben gezielt erfragen und den Betroffenen hierüber in eine Bredouille bringen – diese Übungen zeigen ihm nämlich deutlich sein Defizit auf. Das gilt es aber zu vermeiden, um Frustrationen zu verhindern.

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