Sie erleben es täglich: Die Altenpflege steckt in einer ernsten Personal- und Qualitätskrise. Umso wichtiger ist es, die Lage realistisch zu erfassen, bevor Sie Maßnahmen für ein wirksames Onboarding planen. Hier eine kurze Bestandsaufnahme aktueller Trends und Zahlen:
- Laut dem Statistischen Bundesamt wird der Bedarf an Pflegekräften in Deutschland von 1,62 Mio. (2019) bis 2049 auf 2,15 Mio. steigen, was einem Plus von rund einem Drittel entspricht.
- Bei der optimistischen „Trend-Variante“ fehlen bis 2049 etwa 280.000 Fachkräfte, im pessimistischen Szenario sogar bis zu 690.000.
- Im Jahr 2023 waren ca. 1,7 Mio. Menschen sozialversicherungspflichtig in der Pflege beschäftigt, während Stellenangebote deutlich darüber lagen.
- 15.230 Pflegefachkräfte in der Altenpflege fehlten im Jahr 2023 laut RWI/ IW – allein in dieser Berufsgruppe.
- Durchschnittlich blieben Stellen für Fachkräfte in der Altenpflege 246 Tage unbesetzt.
- Etwa 87 % der Pflegekräfte leisten regelmäßig unbezahlte Überstunden, wie eine Studie des Deutschen Pflegerats (2025) ergab.
- Laut DBfK-Umfrage (2025) empfinden 84 % der Pflegekräfte ihren Beruf als sinnstiftend, aber nur 59 % würden ihn heute erneut wählen. Außerdem überlegen 70 %, mehr Verantwortung zu übernehmen, und 77 % wünschen sich mehr Befugnisse. 65 % geben an, aus Zeitmangel regelmäßig essenzielle Pflegemaßnahmen auszulassen, z. B. Hilfe beim Essen.
- Knapp 40 % aller Pflegekräfte denken mittelfristig über einen Ausstieg nach. Gründe sind die hohe körperliche und psychische Belastung, fehlende Weiterentwicklung, unzureichende Bezahlung und mangelnde Wertschätzung.
- 43 % der beruflich Pflegenden in stationären Einrichtungen sind 50 Jahre oder älter.
- In NRW waren 2021 etwa 84.500 Altenpflegende sozialversicherungspflichtig beschäftigt – die Tendenz steigt, aber nicht schnell genug im Vergleich zu steigender Pflegebedürftigkeit.
Und wie reagiert die Politik?
Die Bundesministerien für Gesundheit, BMFSFJ, und BMAS, haben 2018 die „Konzertierte Aktion Pflege“ ins Leben gerufen, um Fachkräfte zu fördern, die Ausbildung auszubauen und internationale Rekrutierungen zu unterstützen. Ferner ist der Verdienst in der Altenpflege gestiegen: mittlere Bruttogehälter wuchsen zwischen 2012 und 2022 um 52 % auf ca. 3.611 € pro Monat (Fachkräfte), für Pflegehilfskräfte sogar um 57 %.
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