THEMENHEFT: Update Controlling 2026

Pflegerisches Controlling

Neben der Trennung von Kostenarten und Kostenstellen können Sie auch in der direkten Pflege genau trennen, wo genau Fehler durch wen entstehen, und dadurch zielgenauen Handlungsbedarf ableiten. Wie wichtig das […]

Birger Schlürmann

15.01.2026 · 7 Min Lesezeit

Neben der Trennung von Kostenarten und Kostenstellen können Sie auch in der direkten Pflege genau trennen, wo genau Fehler durch wen entstehen, und dadurch zielgenauen Handlungsbedarf ableiten.

Wie wichtig das ist, zeigt das folgende Beispiel:

Beispiel: Durch Verallgemeinerungen Ressourcen verschwenden und Panik verbreiten

Der Pflegedienst Schnitter hat nach der letzten MD-Prüfung den Bericht erhalten. Hiervon sind auf 7 Seiten die Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung aufgelistet. Inhaber Eddy Schnitter tobt:

„Die Dokumentation ist Mist und die Prophylaxen stehen nirgendwo in den Akten. Der Mist kostet mich mindestens 50.000 € … alle Akten bis morgen ins Büro holen!!!“

Zum Glück schaut die PDL etwas genauer hin: Tatsächlich bestehen die Schwächen lediglich bei der Beratung der Patienten zu Dekubitus, Sturz, Ernährung und Flüssigkeit sowie Demenz. Wesentlich problematischer aber sind die SGB-V-Bereiche „Wundversorgung“ und „Medi-Gabe“ – hier insbesondere bei Schmerzen.

Dank der Abgrenzung kann die PDL die tatsächlichen Problembereiche nun wesentlich genauer und ressourcenschonender abarbeiten (lassen).

Würden Sie der „Logik“ des Inhabers folgen, würden Sie unnötige Finanzmittel verbrennen und Ihr Personal demotivieren. Natürlich ist es immer einfach, zur Gießkanne zu greifen. Das beruhigt das Gewissen und sieht nach einer großen Maßnahmen aus. So nach dem Motto „viel hilft viel“. Aber tatsächlich richten Sie damit mehr Schaden als Nutzen an:

1.  Sie verschwenden Geld

Wenn Sie z. B. 60 Akten ins Büro schleppen lassen, kostet der Extraufwand schon einmal geschätzte 10 Stunden Fahrtzeit. Das sind im Vollkostensatz freundlich gerechnet 60 €. Also schon einmal 600 € für nichts. Dann planen Sie pro Akte im Schnitt 3 Stunden ein. Weitere 180 Stunden * 60 = 10.800 € gehen verloren. In dieser Zeit hätten Sie auch Umsatz machen können – sagen wir mal im Schnitt 75 € pro Stunde = 13.500 €.

Testen Sie jetzt „PflegeVorsprung“ und