Qualitätsprüfungen sind für uns in den meisten Fällen schon Routine. Dennoch ist immer wieder aufregend, wenn der Medizinische Dienst kommt. Wenn Sie die 10 Fragen in diesem Artikel mit „Ja“ beantworten können, können Sie dem nächsten MD-Besuch gelassener entgegensehen.
- Erzählen Ihre Pflegeberichte einen nachvollziehbaren Pflegeverlauf? Der Pflegebericht sollte nicht aus einzelnen Beobachtungen bestehen, sondern den roten Faden der Versorgung erkennen lassen. Fragen Sie sich:
- Kann ein Außenstehender den Verlauf verstehen?
- Werden Veränderungen nachvollziehbar beschrieben?
- Ist erkennbar, warum Maßnahmen angepasst wurden?
- Ist erkennbar, ob die angepassten Maßnahmen Erfolg hatten?
- MEIN TIPP: Konzentrieren Sie sich bei Ihren Stichproben und Pflegevisiten auf die letzten 10 Pflegeberichte. Können Sie anhand dieser Eintragungen den Pflegeverlauf nachvollziehen?
- Führen erkannte Risiken tatsächlich zu Maßnahmen? Ein dokumentiertes Sturz- oder Dekubitusrisiko allein reicht nicht aus. Es muss immer nachvollziehbare Konsequenzen haben. Fragen Sie sich:
- Welche konkreten Maßnahmen wurden eingeleitet?
- Sind diese Maßnahmen begründet?
- Wird ihre Wirksamkeit überprüft?
- Passen SIS, Maßnahmenplanung und Pflegebericht wirklich zusammen? Der häufigste Grund für Abweichungen in den Qualitätsprüfungen ist unverändert, dass die Maßnahmenplanung und der Pflegebericht nicht mit den Erhebungen in der strukturieren Informationssammlung übereinstimmen. Fragen Sie sich, ob es einen roten Faden gibt. Dabei helfen „Wenn-dann“Analysen:
- Wenn ein Risiko erkannt ist, dann muss es auch eine Maßnahme geben.
- Wenn es Abweichungen von dieser Maßnahme gibt, dann muss diese im Pflegebericht dokumentiert sein.
- Wird wirklich evaluiert – oder nur fortgeschrieben? „Maßnahme weiterhin erforderlich“, „Keine Änderungen“. Das ist keine systematische Evaluation, allerdings gleichzeitig einer der Sätze, den Qualitätsprüfer häufig hören. Fragen Sie sich:
- Ist beschrieben, was sich verändert hat?
- Ist erkennbar, ob Maßnahmen erfolgreich waren?
- Wurden Ziele angepasst?
- Können Ihre Mitarbeitenden ihre Entscheidungen fachlich erklären? Dokumente erzählen nur einen Teil der Geschichte. Gespräche mit den Mitarbeitenden gewinnen mehr an Bedeutung. Fragen Sie Ihre Mitarbeitenden.
- Wieso diese Maßnahme?
- Wie begründen Sie dieses Risiko?
- Wie begründen Sie, dass Sie hier kein Risiko definiert haben?
- Sind Expertenstandards im Alltag sichtbar? Nicht im QM-Handbuch. Bei Ihrem Pflegekunden sollte sichtbar sein, dass Expertenstandards in Ihrer Einrichtung präsent sind. Und zwar über eine systematische Risikoeinschätzung und handlungsleitende Maßnahmen und die Nutzung der Fachsprache.
- Haben alle Maßnahmen ein klares Ziel? „Mobilisieren.“ „Flüssigkeit anbieten.“ Das sind Tätigkeiten und keine Ziele. Fragen Sie sich:
- Ist erkennbar, warum diese Maßnahme durchgeführt wird?
- Woran erkennt man ihren Erfolg?
- Wird dieser Erfolg evaluiert?
- Reagiert Ihre Einrichtung schnell auf Veränderungen? Die Situation Ihrer Pflegekunden kann sich täglich verändern, insbesondere nach einem Krankenhausaufenthalt. Fragen Sie sich:
- Sind Veränderungen und Abweichungen von der geplanten Pflege im Pflegebericht dokumentiert?
- Wird die Pflegeplanung angepasst, wenn die Veränderung dauerhaft ist?
- Erfolgt eine neue Risikoeinschätzung?
- Steht der Pflegekunde wirklich im Mittelpunkt? Personenzentrierung zeigt sich darin, dass die individuellen Vorlieben und Gewohnheiten dokumentiert und in der Maßnahmenplanung berücksichtigt sind. Fragen Sie sich:
- Finden sich Wünsche des Bewohners in der Versorgung wieder?
- Werden Angehörige angemessen einbezogen?
- Sind Pflegeziele individuell formuliert?
- Ist Qualitätsmanagement regelmäßig unter den Mitarbeitenden präsent? Vielleicht die wichtigste Frage überhaupt. Sie haben viele gute Methoden über Ihr Qualitätsmanagement „parat“, mit denen Sie sich ein Bild verschaffen können, ob QM lebendig ist in Ihrer Einrichtung.
- Beobachten Sie regelmäßig Pflegehandlungen?
- Führen Sie MiniAudits durch?
- Sprechen Sie mit Mitarbeitenden über ihren Arbeitsalltag?
Hand aufs Herz: Wie oft haben Sie mit „Ja“ geantwortet?
Bestimmt sind Sie in vielen Bereichen gut aufgestellt, und an einigen müssen Sie weiter arbeiten. Der Herbst ist ein guter Zeitpunkt, um einzelne Themen systematisch anzugehen, z. B. über Schulungen und Pflegevisiten. Nehmen Sie sich jede Woche nur eine dieser 10 Fragen vor.
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