Die Soziale Betreuung von Menschen mit Demenz erfordert Einfühlungsvermögen, Respekt und Verständnis. Tom Kitwood hat mit seinem person-zentrierten Ansatz eine neue Perspektive geschaffen, die den Menschen und nicht die Krankheit in den Mittelpunkt stellt. Erfahren Sie anhand eines konkreten Beispiels aus dem Betreuungsalltag, wie Sie diesen Ansatz in der Praxis umsetzen können.
Die Diagnose Demenz verändert nicht nur das Leben der Betroffenen, sondern auch das ihrer Angehörigen und Betreuungspersonen. Lange Zeit wurde Demenz rein medizinisch betrachtet, doch Tom Kitwood, ein britischer Psychologe, stellte diese Sichtweise infrage. Für ihn war Demenz nicht nur eine neurologische Erkrankung, sondern ein Zustand, der stark von der Umwelt und der Interaktion mit anderen beeinflusst wird.
Sein person-zentrierter Ansatz (person-centered care, PCC) revolutionierte die Pflege und Betreuung von Menschen mit Demenz. Statt sich nur auf Defizite zu konzentrieren, stellt dieser Ansatz die Persönlichkeit, die Biografie und die emotionalen Bedürfnisse der betroffenen Person in den Mittelpunkt.
„SIE SIND WER!“
Tom Kitwood vertrat eine person-zentrierte Haltung gegenüber Menschen mit Demenz. Er kritisierte die rein medizinische Sichtweise und betonte, dass das „Personsein“ nicht allein von kognitiven Fähigkeiten abhängt, sondern auch durch Emotionen, soziale Beziehungen und individuelle Lebensgeschichten geprägt wird. Zentral in seinem Ansatz ist das Konzept des „Person-Seins in der Interaktion“, das
beschreibt, wie Identität und Wohlbefinden durch zwischenmenschliche Beziehungen gefördert werden. Sein Ziel war es, das Personsein zu erhalten und zu stärken, um das Wohlbefinden und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Das wollte er erreichen, indem er das Verständnis der Menschen, die mit ihnen arbeiten verändert. Dabei spielen Empathie, Respekt und die Anerkennung individueller Bedürfnisse eine zentrale Rolle. Kitwood ging davon aus, dass eine wertschätzende und fördernde Pflege den Verlauf einer Demenzerkrankung positiv beeinflussen kann.
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