Kritische Situationen in der Praxis

Schlaganfall: So erkennen und reagieren Ihre Mitarbeiter auf diese Notsituation

Wahrscheinlich werden Sie in Ihrer Einrichtung viele Bewohner versorgen, die infolge eines Schlaganfalls nicht mehr selbstständig und auf dauerhafte Pflege angewiesen sind. Auch kommt es immer wieder vor, dass Bewohner […]

Marcel Faißt

03.06.2026 · 4 Min Lesezeit

Wahrscheinlich werden Sie in Ihrer Einrichtung viele Bewohner versorgen, die infolge eines Schlaganfalls nicht mehr selbstständig und auf dauerhafte Pflege angewiesen sind. Auch kommt es immer wieder vor, dass Bewohner im Pflegeheim einen Schlaganfall (Apoplex) erleiden. Das müssen Ihre Mitarbeiter dann wissen.

Laut Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe erleiden jedes Jahr rund 270.000 Menschen einen Apoplex. Betroffen sind vor allem ältere Menschen: Die Altersgruppe ab 60 Lebensjahren erleidet fast 80 % aller Schlaganfälle. Die Folgen sind für die Betroffenen immens: 64 % sind danach dauerhaft auf Hilfe und Pflege angewiesen.

Außerdem ist der Schlaganfall die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Rund 40 % der Betroffenen sterben noch im 1. Jahr danach. Diese Zahlen machen deutlich: Auch Bewohner im Pflegeheim, die vielleicht noch keinen Schlaganfall erlitten haben, gehören schon allein aufgrund ihres Alters zur möglichen Zielgruppe.

Praxisbeispiel: Der „stille“ Notfall im Wohnbereich

Pflegefachkraft Sarah betritt das Zimmer von Herrn Müller (82, bekanntes Vorhofflimmern), um ihn zum Mittagessen abzuholen. Sie findet ihn aufrecht in seinem Sessel sitzend, doch er reagiert nicht auf ihre Begrüßung. Als er versucht zu antworten, kommt nur ein unverständliches Lallen über seine Lippen.

Sarah bemerkt sofort, dass sein rechter Mundwinkel schlaff herabhängt. Sie bittet ihn, beide Arme anzuheben – der rechte Arm sinkt kraftlos zurück.

Sarah erkennt die typische Halbseitenlähmung. Sie setzt sofort den Notruf ab („Verdacht auf Apoplex“), lockert seine Krawatte und bleibt zu seiner Beruhigung bei ihm. Obwohl Herr Müller Durst hat, verweigert sie ihm das Wasserglas, um eine Aspiration durch die vermutete Schluckstörung zu verhindern.

Durch ihr schnelles Handeln nach dem Motto „Time is Brain“ sichert sie Herrn Müller die Chance auf eine erfolgreiche Lyse-Therapie in der Stroke Unit.

Welche Risikofaktoren begünstigen einen Schlaganfall?

Neben dem Alter gibt es noch weitere Risikofaktoren, die einen Apoplex begünstigen. Man unterscheidet hier zwischen den beeinflussbaren und den nicht beeinflussbaren Risiken – also, welche behandelbar sind und welche nicht. Mehrere Risikofaktoren addieren sich und potenzieren somit die Gefahr. Welche das sind, können Sie der abgebildeten Übersicht entnehmen.

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