In der gesamten Medizin wurden Gender-Unterschiede lange kaum berücksichtigt, bis in die 1980er-Jahre führte man pharmakologische Tests ausschließlich an Männern durch. In den letzten Jahren haben Wissenschaftler begonnen, den Zusammenhang von Schmerz und Geschlecht genauer zu erforschen.
Forscher stellten fest, dass Frauen und Männer Schmerzen auf verschiedenen neuronalen Wegen verarbeiten. Das hat zur Folge, dass Frauen Schmerzen schlechter ertragen und häufiger unter chronischen Schmerzen leiden als Männer. Eine weitere Erkenntnis ist, dass manche Schmerzmittel bei Frauen anders wirken, schon deshalb, weil die Körperzusammensetzung verschieden ist: Frauen besitzen mehr Fettgewebe und weniger Muskeln. Dadurch verteilt sich der Wirkstoff unterschiedlich im Gewebe. Eine Tablette braucht für den Weg durch den Körper einer Frau z. B. doppelt so lang wie durch den eines Mannes. Diese und noch weitere Aspekte müssen z. B. bei der Schmerztherapie beachtet werden.
Achtung: Unerwünschte Nebenwirkungen
Die meisten Medikamente werden entweder in der Leber oder in den Nieren verstoffwechselt. Verstoffwechselt die Leber die Wirksubstanz, werden je nach Geschlecht bestimmte Enzyme unterschiedlich stark produziert. Somit riskieren Ihre weiblichen Pflegekunden öfter unerwünschte Nebenwirkungen.
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