Frage: In den letzten Jahren kommt es zunehmend häufig vor, dass wir Pflegekunden im ambulanten Dienst versorgen, die einen zentralen Venenkatheter (ZVK) liegen haben. Der häufigste Grund dafür ist eine laufende Krebs-Behandlung. Nun war letzte Woche der MD bei uns und hat unter anderem kontrolliert, wie wir mit der Versorgung umgehen. Unser Argument, dass die Pflege komplett im Krankenhaus oder der Arztpraxis übernommen wird, war den Prüfern nicht ausreichend. Auch wir Pflegefachkräfte müssten wissen, was für Richtlinien gelten, und uns kümmern. Wie denken Sie darüber?
Antwort: Die Prüfer haben recht. Auch wenn die aufwendigere Versorgung des ZVKs vielleicht nicht direkt in Ihr Aufgabengebiet fällt, sollten Sie in der ambulanten Pflege ebenfalls Bescheid wissen und die Basics bei Bedarf umsetzen können.
Die Vorgaben der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention des Robert KochInstituts (KRINKO) bieten eine gute Orientierung. Hier sind zum Thema „Pflege und Verbandswechsel“ diese Punkte besonders wichtig:
- tägliche Inspektion der Einstichstelle einschließlich täglicher Dokumentation in der Akte des Pflegekunden
- täglicher Verbandswechsel der Gazeverbände bei eingeschränkter Kooperation des zu Pflegenden
- routinemäßiger Wechsel der Gazeverbände meist alle 48–72 Stunden
- routinemäßiger Verbandswechsel von Transparentverbänden nach Angaben des Herstellers, ebenso bei Verschmutzung, Ablösung, Ausbildung einer feuchten Kammer oder Infektionsverdacht
- sofortiger Verbandswechsel bei Durchfeuchtung, Verschmutzung, Ablösung und Infektionsverdacht (z. B. mit den Symptomen Druckschmerz, Fieber unklarer Ursache oder Sepsis)
- absolutes aseptisches Vorgehen beim Verbandswechsel
- nach Abstreifen der sterilen Handschuhe erneut eine hygienische Händedesinfektion durchführen
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