Es kommt nicht nur darauf an, was Pflegekunden oder deren Angehörige äußern. Oft weisen nonverbale Signale darauf hin, dass etwas nicht stimmt. Wer diese Anzeichen richtig interpretiert, kann frühzeitig reagieren und Konflikte abfangen, bevor sie entstehen. Mit unserem Beitrag werden Sie zum „Seismografen“: Sie nehmen Veränderungen wahr, bevor Probleme sichtbar werden!
Fallbeispiel: Frau Meiershofer wird seit mehreren Monaten ambulant gepflegt. Die Zusammenarbeit mit ihrer Tochter verlief bislang kooperativ und unkompliziert. In den letzten Wochen wirkt die Tochter jedoch deutlich angespannter, vermeidet den Blickkontakt und erscheint insgesamt distanzierter. Eine Pflegekraft nimmt diese Veränderungen wahr und sucht behutsam das Gespräch: „Ich habe den Eindruck, dass Sie etwas beschäftigt. Möchten Sie darüber reden?“ Die Tochter nimmt das Gesprächsangebot an. Im Gespräch wird schnell deutlich, dass sie sich durch die häusliche Pflegesituation zunehmend überfordert fühlt und Angst hat, falsche Entscheidungen zu treffen. Ohne die aufmerksame Wahrnehmung dieser nonverbalen Signale wäre die Belastung vermutlich länger unbemerkt geblieben, mit möglichen Auswirkungen auf die weitere Zusammenarbeit.
So erkennen Sie nonverbale Signale zuverlässig
Nonverbale Kommunikation beinhaltet alle Signale, die ohne Worte vom Gegenüber ausgesendet werden. Der Körper ist grundehrlich und spiegelt unsere Gefühle und Sorgen. Sie sollten daher insbesondere auf folgende Hinweise achten:
- Mimik, z. B. angespannte Gesichtszüge oder ein aufgesetztes, „falsches“ Lächeln
- Gestik, etwa Unruhe oder verschränkte Arme
- Körperhaltung, beispielsweise Abwendung, angespannte Körperhaltung
- Blickkontakt, z. B. Anstarren oder Vermeidung des direkten Blickkontakts
- Stimme, „Der Ton macht die Musik“ – achten Sie auf einen veränderten Tonfall, beispielsweise Gereiztheit.
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